Im Kino naschen und Steuern sparen

München - Wer im Kino Pocorn futtert, spart Steuern. Schließlich ist dort der Mehrwertsteuersatz niedriger - ein Fall für den Bundesfinanzhof.

Kinobesucher werden gleich doppelt steuerlich bevorzugt: Nicht nur beim Kauf der Eintrittskarte gilt eine ermäßigte Mehrwertsteuer. Auch für warmes Popcorn und Nachos, die während des Films geknabbert werden, gilt der Satz von lediglich sieben Prozent, wie der Bundesfinanzhof am Mittwoch in München mitteilte. Der Bundesfinanzhof lehnte sich an eine frühere Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs an. Demnach ist die Zubereitung eines warmen Essens allein noch keine Dienstleistung, die steuerlich stärker belastet werden müsste.

Es kommt vielmehr darauf an, ob typische Dienstleistungen eines Restaurants wie Kellnerservice oder Beratung hinzukommen. Dies sei in der Regel bei Imbissständen und in Kinos nicht der Fall. Auch dass Tische und Stühle bereitstehen, reicht nicht aus, damit der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent angewendet werden muss. Das Urteil (Az. C-499/09) erging bereits am 30. Juni und wurde am Mittwoch veröffentlicht.

dpa

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