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Kirch verklagt Josef Ackermann

- München/Frankfurt - Knapp eine Woche vor der Wiederauflage des Mannesmann-Prozesses hat der Ex-Medienunternehmer Leo Kirch Strafanzeige gegen Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann gestellt. Die Staatsanwaltschaft bestätigte den Eingang der Anzeige. Details nannte eine Sprecherin nicht.

Medienberichten zufolge verdächtigt Kirch den Topmanager der Anstiftung zur Untreue in einem besonders schweren Fall. Hintergrund sollen Millionen- Zahlungen an Clemens Börsig bei seinem Wechsel vom Finanzvorstand zum Aufsichtsratschef der Deutschen Bank im Frühjahr sein. Die Deutsche Bank wollte sich nicht äußern. Eberhard Kempf, Ackermanns Strafverteidiger im Mannesmann- Prozess, wies die Vorwürfe als unbegründet zurück.

"Die Strafanzeige entbehrt jeglicher Grundlage", erklärte er in einer schriftlichen Stellungnahme. Ziel der Anzeige sei es offenbar, Einfluss auf das Mannesmann- Verfahren zu nehmen und das Gericht gegen Ackermann einzunehmen. "Gleichzeitig soll das Ansehen von Herrn Dr. Ackermann und der Deutschen Bank geschädigt werden", erklärte Kempf. Berichten zufolge soll Börsig für seinen bis 2010 laufenden Vorstandsvertrag 17,6 Millionen Euro bekommen. Kirch werfe Ackermann vor, dieses Vorgehen mit Börsig abgesprochen und den Aufsichtsrat zu der Millionen- Zahlung angestiftet zu haben.

Ein solcher Aus-gleich falle jedoch in den Entscheidungsbereich der Hauptversammlung, argumentiere Kirch, berichteten "Wirtschaftswoche" und "Welt". Börsig ist Nachfolger des früheren Aufsichtsratschefs Rolf Breuer, der im April seinen Rücktritt angekündigt hatte. Er hatte den Schritt damit begründet, dass er die Bank nach einer Entscheidung des BGH wegen seiner umstrittenen Äußerungen zur Kreditwürdigkeit des Kirch-Konzerns von weiteren Diskussionen über seine Person entlasten wolle. Anfang des Jahres hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass die Bank und Breuer grundsätzlich für Schäden haften müssten, die der Printbeteiligungs GmbH Kirchs aus den Äußerungen Breuers entstanden seien.

Der 58 Jahre alte Ackermann hatte bereits zu Beginn des Jahres klargestellt: Wird er in dem neu aufgerollten Mannesmann-Prozess, der am kommenden Donnerstag beginnt, verurteilt, tritt er zurück und verzichtet dann auch auf eine Abfindung, obwohl diese ihm gemäß seines bis 2010 laufenden Vertrags zusteht. Mit Ackermann würde die Deutsche Bank nicht nur den Architekten ihres Aufstiegs in die Spitzengruppe der weltweit tätigen Investmentbanken verlieren.

Sie wäre auch mit einer ungewissen Zukunft konfrontiert; denn einen designierten Nachfolger für den Schweizer gibt es nicht. Der Mannesmann-Prozess entwickelte sich für Ackermann zum Stolperstein seiner Karriere: Zu Beginn der Verhandlung löste er mit einem scherzhaft gemeinten Siegeszeichen Empörung aus. Nun droht ihm der unfreiwillige Abgang.

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