Kirch verlangt deutlich mehr Schadenersatz von Deutscher Bank

München - Der Medienunternehmer Leo Kirch verlangt im Zusammenhang mit seiner Firmenpleite wesentlich mehr Schadenersatz von der Deutschen Bank als bislang bekannt. Zusätzlich zu den bereits genannten Milliardenforderungen gebe es eine Klage aus dem sogenannten "Litigation Pool" gemeinsam mit anderen Banken, sagte ein Kirch-Sprecher am Samstag auf Anfrage.

Allein dabei gehe es um eine Größenordnung von rund zwei Milliarden Euro.

In einem Ende 2007 beim Landgericht München eingereichten Schriftsatz rechne Kirch vor, seine damaligen Anteile an dem Fernsehkonzern ProSiebenSat.1, die er durch die Insolvenz verloren habe, seien 2,1 Milliarden Euro wert gewesen, schreibt die "SZ".

Der 81-jährige Kirch wird nach Angaben aus seinem Umfeld nach einer schweren Krankheit im Laufe der Woche aus dem Krankenhaus entlassen. Er habe seine Geschäfte aber selbst vom Krankenbett aus weitergeführt. "Er ist richtig fit." Kirch selbst soll seine Krankheit mit Humor genommen haben, schreibt das Magazin "Focus". "Ein Guter hält's aus" wird er dort zitiert.

Kirch macht den ehemaligen Deutsche Bank-Chef Rolf Breuer für die Pleite seines Konzerns verantwortlich, weil dieser in einem Interview Anfang 2002 die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe in Frage gestellt hatte. Wenige Monate später musste Kirch Insolvenz anmelden. Dass Kirch grundsätzlich Anspruch auf Schadenersatz von Breuer und der Deutschen Bank zusteht, hatte der BGH vor rund zwei Jahren bereits festgestellt.

In einer Zahlungsklage hatte Kirch die Summe auf 1,2 Milliarden Euro beziffert. Einschließlich Zinsen läge die Summe seiner Ansicht nach bei rund 1,6 Milliarden Euro. Wie er auf die genaue Höhe kommt, wird Kirch im Prozess nachweisen müssen, der voraussichtlich in diesem Jahr stattfinden wird. Breuer hatte nach dem Konflikt mit Kirch seinen Posten als Aufsichtsratschef bei der Deutschen Bank niedergelegt.

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