Kirchs Sorgenkind Premiere: 2004 Gewinn und 2005 an die Börse

- München - Vor gut zwei Jahren waren aufgehäufte Milliardenverluste des Bezahlsenders Premiere ein Hauptgrund für die Pleite von Leo Kirch. Vergangenes Quartal hat er erstmals seit seiner Gründung operativ Geld verdient. Das soll nun anhaltend so bleiben.

<P>Deutschlands einziger TV-Bezahlsender hat im zweiten Quartal 2004 erstmals in seiner 13-jährigen Firmengeschichte operative Gewinne verbucht. "Premiere hat endgültig den Sprung in die schwarzen Zahlen geschafft", sagte Konzernchef Georg Kofler zur Vorlage des Halbjahresberichts.<BR><BR>Auch das zweite Halbjahr bleibe profitabel und erlaube 2004 insgesamt einen zweistelligen Gewinn vor Steuern und Zinsen. 2003 standen auf dieser Basis für den ehemaligen Teil der Kirch-Gruppe, der maßgeblich für dessen Untergang verantwortlich war, noch 52 Millionen Euro Verlust zu Buche.<BR><BR>Das zweite Quartal 2004 brachte Premiere 20,8 Millionen Euro operativen Gewinn, nach knapp sieben Millionen Euro Defizit im Vorjahreszeitraum. Möglich wurde der Sprung in die Gewinnzone durch wachsendes Kerngeschäft.<BR><BR>Vor allem stieg der Umsatz durch TV-Abonnements um ein Viertel auf über 207 Millionen Euro. Auch für den Kauf einzelner Fußballspiele oder Pornofilme im Rahmen des neu gestarteten Erotikkanals Blue Movie konnten die Münchner mehr Kunden begeistern.<BR><BR>Belastend wirkten dagegen der Rückzug aus dem Verkauf von Dekodern zum Empfang digitaler Programme und eine Preiserhöhung für Premiere-Abos. Durch Letzteres hat der Sender im zweiten Quartal netto 62 000 Kunden verloren und versorgte Ende Juni noch knapp 2,9 Millionen Abonnenten. "Mit dem Einmaleffekt haben wir gerechnet", sagte Kofler dazu. Per saldo werde der Rückgang der Kundenzahl durch die Preiserhöhung mehr als kompensiert.<BR><BR>Zum Halbjahr stiegen die Umsätze um 3,6 Prozent auf knapp eine halbe Milliarde Euro. Ende 2004 soll im Erlös die Milliardengrenze überschritten werden. Schon diesen Herbst will Kofler dann drei Millionen zahlende Zuschauer erreichen und Ende 2004 rund 3,2 Millionen Kunden versorgen.<BR><BR>Auch über 2004 hinaus ist Kofler indessen nicht bange, seit sich sein Sender jüngst bis 2006 die Live-Ausstrahlungsrechte für die Fußballbundesliga gesichert hat. Ein ähnlicher Wurf gelang soeben in Österreich für die dortigen Profiligen. "Wir haben eine einmalige Chance beim Schopfe gepackt, auch wenn das neue Engagement unser Ergebnis in den kommenden 18 Monaten belasten wird", sagte der Firmenchef.<BR><BR>Seine Ergebnisziele für 2004 würden inklusive dieser Belastungen gelten. Nächstes Jahr wollen die Münchner nach bisherigen Plänen dann an die Börse gehen.<BR><BR></P>

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