Kirch-Übernahme auf Messers Schneide

- München - Die Übernahme des Film- und Fernsehgeschäfts von Kirch Media durch den US-Milliardär Haim Saban steht auf Messers Schneide. In den nächsten Tagen muss Saban über 600 Millionen Euro überweisen. Inzwischen sei "eher mit einem Scheitern" des Geschäfts zu rechnen, verlautete aus Verhandlungskreisen.

<P>Der Gläubigerausschuss erteilte Insolvenzverwalter Michael Jaffé´ die Vollmacht, von dem Vertrag mit Saban zurück zu treten. Für den Notfall liegt "Plan B" parat: Kirch Media würde allein weitermachen. Laut Vertrag müsste Saban bis Samstag 525 Millionen Euro für die Mehrheit der Stimmrechte an Pro-Sieben-Sat 1 überweisen. Zugleich wären mehr als 100 Millionen für den Filmhandel fällig. Außerdem muss Saban einen Finanzierungsplan für das Gesamtpaket vorweisen. Die Frist könnte zwar noch um ein paar Tage verlängert werden - aber "er muss jetzt Farbe bekennen", hieß es in Verhandlungskreisen. Erst im März hatte Saban im Milliardenpoker den Hamburger Bauer-Verlag übertrumpft und den Zuschlag für Kirchs Sendergruppe und Filmlager erhalten. Als sein Partner war der französische Sender TF1 vorgesehen. Doch TF1 hat seine Entscheidung auf später verschoben, und Sabans Verhandlungen mit Finanzinvestoren verlaufen bisher ohne sichtbaren Erfolg.</P><P>Notfalls stelle er eben einen Scheck von seinem Bankkonto aus, hatte Saban während des Bieterwettkampfs gegen Bauer verkündet. Gleich nach der Unterzeichnung des Vertrags aber begann das große Feilschen - wie zuvor mit Bauer. Ein paar Millionen hier, ein Termin da _ Sabans Verhandlungspartner reagierten zunehmend genervt auf "das Gezerre". </P><P>Offiziell wird zwar immer noch Zuversicht verkündet. Aber hinter vorgehaltener Hand bezweifelt mancher Beteiligte, dass der Mann aus Los Angeles das Risiko des Einstiegs in den deutschen Fernsehmarkt notfalls wirklich alleine tragen wird.</P>

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