Klage wegen Siemens-Schmiergeldaffäre erhoben

Athen - In der Siemens-Schmiergeldaffäre ist in Griechenland Klage wegen des Verdachts der Bestechung und Geldwäsche erhoben worden.

Die Athener Staatsanwaltschaft habe ausreichende Beweise unter anderem im Zusammenhang mit dem Siemens-Auftrag für das Überwachungssystem bei den Olympischen Spielen 2004 gefunden, berichteten griechische Medien am Mittwoch.

Da im Rahmen der bisherigen Untersuchungen die verantwortlichen Personen noch nicht gefunden wurden, könnten die neuen Ermittlungen mehrere Monate dauern, hieß es im Staatsrundfunk. Insgesamt sollen rund 100 Millionen Euro geflossen sein.

Klage sei gegen "jeden Verantwortlichen" in dieser Affäre erhoben worden. In den vergangenen Monaten hatten mehrere ehemalige ranghohe griechische Siemens-Mitarbeiter wie auch ehemalige hochrangige Mitarbeiter der griechischen Telekom (OTE) vor der griechischen Justiz ausgesagt. Unter ihnen werden nun in einer neuen Untersuchung die Verantwortlichen für Bestechung und Geldwäsche gesucht. Griechische Staatsanwälte waren in den vergangenen Wochen ausführlich von ihren Kollegen in Deutschland über die dort laufenden Ermittlungen informiert worden.

Der Siemens-Konzern hatte sich Ende 2007 von seinem Landes-Chef in Griechenland getrennt. Nach Schätzungen in der griechischen Presse könnten die an griechische Politiker gezahlten Schmiergelder das Volumen von 100 Millionen Euro erreichen. Dabei soll es um die Digitalisierung des griechischen Telefonnetzes in den 90er Jahren, um den Auftrag für das Überwachungssystem für die Olympischen Spiele 2004 und Kommunikationssysteme für das griechische Heer gegangen sein. Gelder sollen zudem in die Kassen griechischer Parteien geflossen sein.

Bei Siemens waren in den vergangenen Jahren mindestens 1,3 Milliarden Euro in dunklen Kanälen verschwunden. Ein Großteil des Geldes ist vermutlich im Ausland als Schmiergeld eingesetzt worden.

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