SEC klagt Apple-Geheimnisverräter an

Washington - Fünf Männer und eine Frau sollen die Firmengeheimnisse von Apple, Dell oder AMD an Investoren verraten und dafür kräftig kassiert haben. Nun hat die Börsenaufsicht SEC Klage erhoben.

Die Schlinge um mutmaßliche Geheimnisverräter in namhaften Technologiekonzernen zieht sich zu. Die US-Börsenaufsicht SEC hat sich eingeschaltet und am Donnerstag (Ortszeit) gegen sechs Beteiligte eines sogenannten Experten-Netzwerks Klage erhoben. Die fünf Männer und eine Frau sollen Anleger gegen Bares mit Insiderinformationen unter anderem von Apple, Dell und AMD versorgt haben. Der Fall war im Dezember ins Rollen gekommen. Das FBI hatte mehrere Verdächtige verhaftet, die New Yorker Staatsanwaltschaft erhob Anklage. Nun ist die SEC auf den Zug aufgesprungen. Die Mitglieder des Experten-Netzwerks hätten geheime Firmeninformationen an Hedgefonds und andere Investoren verkauft, erklärte Chefermittler Robert Khuzami.

Neben Geldstrafen fordert er auch ein Berufsverbot für einige der Beteiligten. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen die beiden Berater James Fleishman und Winifred Jiau. Nach den Erkenntnissen der Ermittler haben sie die Mitarbeiter der Technologiekonzerne mit den Investoren zusammengebracht. In Telefonaten sollen die Insider dann über Neuentwicklungen, Verkaufszahlen oder die noch unveröffentlichten Finanzergebnisse geplaudert haben. Nach Erkenntnissen der SEC schlugen die Investoren aus ihrem Wissensvorsprung einen Profit von fast 6 Millionen Dollar. Im Falle von Apple soll ein “Kunde“ des Experten-Netzwerks so schon Monate vor dem Erscheinen gewusst haben, dass das neue iPhone 4 eine zweite Kamera für Videotelefonate besitzt und dass Apple zudem eine Art Lesegerät entwickelt - was sich später als der Tablet-Computer iPad herausstellen sollte.

Wie wertvoll derartige Informationen sein können, lässt sich am Apple-Kurs ablesen: Im Oktober 2009, zum Zeitpunkt des Telefonats, kostete Aktie etwa 180 Dollar. Heute sind es mehr als 340 Dollar. US-Ermittler haben Insiderhandel derzeit verstärkt im Visier. Hintergrund sind spektakuläre Fälle aus der jüngeren Vergangenheit. Das meiste Aufsehen erregte der Milliardär und Hedgefonds-Chef Raj Rajaratnam. Zusammen mit Komplizen soll er an den Geheimnissen von IBM, AMD oder Intel verdient haben. Mehrere Beteiligte haben bereits gestanden. Das Verfahren gegen Rajaratnam läuft noch.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Niedrigere Schienen-Maut soll Güterzüge voranbringen
Wie kommt mehr Frachtverkehr von den überlasteten Autobahnen auf die umweltfreundlicheren Bahnschienen? Der Bund gibt nun einen finanziellen Impuls.
Niedrigere Schienen-Maut soll Güterzüge voranbringen
Studie: Mütter arbeiten nach Elternzeit schneller wieder
Vor zehn Jahren wurde das Elterngeld eingeführt. Seitdem scheint es vor allem für Mütter attraktiver geworden zu sein, in Elternzeit zu gehen. Arbeitgeber und …
Studie: Mütter arbeiten nach Elternzeit schneller wieder
Commerzbank nimmt Verlust für raschen Stellenabbau in Kauf
Europas Banken stehen unter massivem Druck und bauen Zehntausende Stellen ab. Die Commerzbank kommt bei ihrem eigenen Abbauprogramm schneller voran als gedacht. Doch das …
Commerzbank nimmt Verlust für raschen Stellenabbau in Kauf
Verbraucher berichten über Probleme mit Kontonummer IBAN
Bad Homburg (dpa) - Bei der Wettbewerbszentrale beschweren sich immer wieder Verbraucher über Probleme mit der neuen internationalen Kontonummer IBAN. Drei bis fünf …
Verbraucher berichten über Probleme mit Kontonummer IBAN

Kommentare