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Was nicht passt, wird passend gemacht: In der Regel ist ein Umtausch dank der Kulanz der Händler kein Problem. Liegt ein Mangel vor, ist aber auch eine Erstattung des Kaufpreises möglich.

Unpassende Geschenke

So klappt der Umtausch

Ob doppelt bekommen oder einfach unpassend – viele Menschen stehen ab heute vor der Frage, was sie mit überflüssigen oder mangelhaften Weihnachts-Geschenken machen sollen. Wir geben Antworten.

Statistiker wollen herausgefunden haben, dass in den letzten Jahren jeder zweite Bundesbürger etwas geschenkt bekommen hat, das seinem Geschmack nicht entsprochen hat.

Eine Frage der Kulanz

Wer in einem solchen Fall die Ware zurückgeben oder umtauschen will, ist auf die Kulanz des Händlers angewiesen. Denn es gilt: „Vertrag ist Vertrag“. Wenn der Geschäftsinhaber nicht will, dann wird nichts aus einem Umtausch – und erst recht nichts aus „Geld zurück“.
Allerdings ist diese (rechtlich einwandfreie) Haltung nicht die Regel. Vor allem große Kaufhäuser fragen nicht lange nach dem Warum und nehmen (noch einwandfreie) Ware anstandslos zurück, um so Kunden für sich zu gewinnen. Natürlich kommt es letztlich auch darauf an, was umgetauscht werden soll. Leibwäsche zum Beispiel ist davon grundsätzlich ausgeschlossen.

Rechte bei Mängeln

Doch nicht jede Rückabwicklung eines Kaufs ist vom guten Willen des Verkäufers abhängig. Ist eine Ware defekt – „mit Mängeln behaftet“, wie es im Juristendeutsch heißt – hat der Kunde ein Recht auf Beanstandung.

Geld zurück: Liegt zum Beispiel bei Kleidung ein Verarbeitungsfehler vor, für den der Käufer nicht einzustehen hat, kann er in vielen Fällen die Ware zurückgeben und sein Geld verlangen. Dann bekommt er auch den Aufwand ersetzt, der durch die Rückgabe entstanden ist, etwa den Fahrpreis oder das Porto. Auf ein Gutscheinangebot muss man in einem solchen Fall nicht eingehen (übrigens auch bei „Schlussverkaufsware“ nicht).

Nachbesserung: Andererseits sehen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen mitunter vor, dass ein Händler eine nicht einwandfreie Ware zunächst – auf seine Kosten – „nachbessert“. Eine solche Klausel ist grundsätzlich zulässig. Eine Nachbesserung darf allerdings nicht unangemessen lange dauern. Bei einfachen technischen Geräten – etwa Toastern, Bügeleisen oder Staubsaugern – ist, so die Verbraucherzentralen, nur ein Reparaturversuch zumutbar.

Entsprechendes gilt, wenn ein vom Versandhaus gekauftes Gerät zur Reparatur extra eingeschickt werden muss. Bei komplizierten Geräten, die über ein „vielfältiges Innenleben“ verfügen, sind mehrere Nachbesserungsversuche zumutbar, in der Regel aber nicht mehr als zwei.

Preisnachlass: Der Kunde könnte auch, wenn ihm an der Ware gelegen ist, eine Minderung des Preises vorschlagen und den Mangel hinnehmen oder ihn selbstständig beheben.

Umtausch: Ist die gleiche Ware am Lager oder schnell zu beschaffen, kann der Kunde auch einen Umtausch wünschen.

Schadenersatz: Hat der Händler Zusagen gemacht (oder Tatsachen behauptet), die nicht stimmen, dann kann der Kunde Schadenersatz verlangen – und den Kauf natürlich rückgängig machen (siehe „Geld zurück“). Beispiel: Ein Händler sichert zu, dass das verkaufte Fernsehgerät an einen Videorekorder angeschlossen werden kann, tatsächlich ist dies aber nicht so. Der Kunde könnte beispielsweise ein anderes Fernsehgerät verlangen, auch wenn es teurer als das zuerst erstandene sein sollte.

Sechs Monate Zeit

Allgemein gilt: Wer merkt, dass er Sachen gekauft oder geschenkt bekommen hat, die „mit Mängeln behaftet“ sind, der braucht nicht überstürzt zu reagieren: „Verjährung“ tritt erst nach sechs Monaten ein. Das heißt: Wer erst nach vier Monaten feststellt, dass das Gekaufte (Geschenkte) einen Fehler hat, der kann damit getrost zum Händler gehen und reklamieren. Auf jeden Fall empfiehlt es sich also, Belege aufzubewahren (was gleichermaßen für Käufer wie für Schenker gilt).

Und was passiert, wenn sich Händler und Kunde nicht einigen? Die Industrie- und Handelskammern haben „Schlichtungsstellen für Verbraucherbeschwerden“ eingerichtet. Im Regelfall werden dort in einem „einfachen Verfahren“ (also noch ohne Einschaltung der offiziellen Schlichtungsstelle) – oft sogar telefonisch – Reklamationen erledigt. Gelingt das nicht, so kann, bevor gegebenenfalls Richter sich der Sache annehmen müssen, das „institutionelle“ Verfahren eingeleitet werden. Beide Verfahren sind kostenlos.

von Wolfgang Büser

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