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Ab ans Meer – das ist auch für Pflegebedürftige möglich. Allerdings sollten sie das immer erst mit der Versicherung absprechen, sonst könnten die Pflegedienstleistungen gestrichen werden.

Angebote und Zuzahlungen

So klappt der Urlaub von der Pflege

Einmal im Jahr raus aus dem belastenden Alltagstrott, das ist für viele Pflegende und ihre Angehörigen wichtig. Doch welche Form des Urlaubs eignet sich, damit beide Seiten sich erholen können – eine gemeinsame Reise oder getrennt? Wir erklären, welche Möglichkeiten es gibt.

Besonders die Sommerzeit ist für viele Pflegenden oder Pflegebedürftigen schwierig: Während andere die Koffer packen und Ferien im sonnigen Süden machen, müssen sie aufgrund ihrer körperlichen Verfassung oder einer übernommenen Pflegeaufgabe auf die Fahrt in den Urlaub verzichten. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie die Ferien doch in vollen Zügen genossen werden können.

Verhinderungspflege bis zu vier Wochen

Übernehmen im Alltag Angehörige die Pflege auf privater Basis, wird das sogenannte Pflegegeld gezahlt. „Das geht bei 215 Euro los, je nach Pflegestufe“, erklärt Rainer Strauch , Leiter der Rechtsabteilung des VdK München. Möchte die Pflegeperson alleine in den Urlaub fahren, dann kann eine Verhinderungspflege beantragt werden. Dies gilt auch, wenn der Pflegende krank ist oder aus anderen Gründen an der Pflege gehindert. „Der Patient wird dann weiterhin in seinem Umfeld durch eine andere Person oder einen Pflegedienst betreut“, so der Fachmann. „Dies ist für höchstens vier Wochen im Jahr möglich.“

Vorausgesetzt wird, dass die Person die Pflegeaufgabe bereits seit mindestens sechs Monaten innehat. Die Aufwendungen der Pflegekasse dürfen 1470 Euro im Jahr (ab 2010: 1510, ab 2012: 1550) nicht übersteigen. Wird der Pflegebedürftige in dieser Zeit von einem näheren Verwandten betreut, zahlt die Pflegekasse nur einen Betrag in Höhe des Pflegegeldes plus eventueller Aufwendungen der Pflegeperson, wie zum Beispiel Verdienstausfall.

Die Verhinderungspflege kann auch in einer stationären Einrichtung erfolgen. „Dabei werden aber nur die im Tagessatz enthaltenen pflegebedingten Aufwendungen übernommen“, erklärt Strauch.

Kurzzeitpflege nicht im eigenen Haus

Eine weitere Möglichkeit der Betreuung in der Urlaubszeit ist die Kurzzeitpflege. Sie erfolgt nicht im häuslichen Umfeld, sondern in einem Alten- oder Pflegeheim. Die Pflegekasse erstattet hierbei die gleiche Summe wie bei der Verhinderungspflege. „Der Betrag reicht aber häufig nicht für einen Kurzzeitpflegeplatz aus“, warnt Strauch, „der Rest der Kosten muss aus eigener Tasche gezahlt werden.“

Als Pflegebedürftiger unterwegs

Aber nicht nur der Pflegende, sondern auch der Pflegebedürftige kann jederzeit in den Urlaub fahren – wenn er dies vorher mit seiner Versicherung abklärt. „Wer Anspruch auf Verhinderungspflege hat, der kann die Pflegedienstleistungen auch am Urlaubsort in Anspruch nehmen“, stellt Gerontologin Susanne Hanowell vom Verein „Urlaub und Pflege“ klar. Zimmermiete und Verpflegung müssen die Reisenden allerdings selber bezahlen. Bei Auslandsaufenthalten gelten besondere Konditionen. Hierbei empfiehlt es sich für die Anerkennung des Anspruchs, dass eine Pflegekraft mitreist, die Vertragspartner der Pflegekasse ist, heißt es in einer Mitteilung der Versicherungsgruppe Deutscher Ring. „Immerhin 60 Prozent aller zu Pflegenden reisen alleine in den Urlaub. Aber egal ob alleine oder mit den Angehörigen zusammen – immer mehr Hotels haben sich auf das barrierefreie Reisen und pflegebedürftige Gäste eingestellt und bieten vor Ort entsprechende Leistungen und Zimmerausstattungen an“, erklärt Susanne Hanowell. Teilweise sind diese besonderen Angebote auch mit einem bundesweiten Abholservice kombinierbar oder zusammen mit einem Transport über den Mobilitätsservice der Deutschen Bahn buchbar.

Kontakte

  • Hotels, die sich auf betreuungsbedürftige Gäste spezialisiert haben, hat der Verein Zugvogel e.V. auf seiner Internetseite www.muenster.de/zugvogelgesammelt.
  • Infos zum Reiseangebot des Vereins „Urlaub und Pflege“ gibt es auf www.urlaub-und-pflege.deoder unter Telefon: 0 25 04/7 39 60 43.
  • Reiseangebote für Pflegende und ihre Angehörigen bietet der VdK München im Internet unter www.vdk.de/kv-muenchenan.
  • Informationen rund um den Mobilitätsservice der Deutschen Bahn sind auf der Internetseite www.bahn.de unter der Rubrik „Service“ zu finden.
  • „Betreutes Reisen“ bietet das Deutsche Rote Kreuz im Internet auf ihrer Webseite an.

Von Diana Millgramm

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