Kleinaktionäre rebellieren gegen HVB

Hamburg: - Hamburg - Die HypoVereinsbank muss sich auf Ärger mit führenden Aktionärsvereinigungen einstellen.

Sowohl die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) als auch die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) wollen auf der am 26. Juni beginnenden HVB-Hauptversammlung dem Vorschlag des Großaktionärs UniCredit zum Verkauf ihrer Aktien nicht zustimmen, berichtet die "Financial Times Deutschland". Zudem sollen der HVB-Gesamtvorstand oder Vorstandschef Wolfgang Sprißler sowie der gesamte Aufsichtsrat nicht entlastet und Schadensersatzansprüche geprüft werden. Dies geht laut Zeitung aus Gegenanträgen und Ankündigungen hervor, die im Internet veröffentlicht wurden.

Die Gruppen werfen der Bank vor, die Kleinaktionäre mit zu geringen Abfindungen abspeisen zu wollen sowie gegen das Aktienrecht zu verstoßen, berichtet die "FTD". Weitere Anlegerschützer, ein Rechtsanwalt und professionelle Finanzinvestoren hätten ihren Widerstand angekündigt. Gerechnet werde mit weiteren Opponenten auf der wahrscheinlich längsten Hauptversammlung in der HVB-Geschichte.

Die Kritiker forderten eine unabhängige Prüfung der Machtverhältnisse sowie der Vorgänge in der HVB seit ihrer Übernahme durch UniCredit. Durch geschickte Transaktionen habe die italienische Bank einen Sondervorteil über mehrere Milliarden zulasten der Kleinaktionäre erzielt, hieß es weiter. Vor Gericht werde geklärt werden, ob die Kleinaktionäre mit zuletzt 4,6 Prozent Anteil beim Umbau der HVB-Gruppe ausreichend informiert oder aber benachteiligt wurden. So gibt es laut "FTD" bereits 47 Anfechtungsklagen gegen den im Herbst 2006 mit den Stimmen von UniCredit beschlossenen Verkauf der Ex-HVB-Tochter Bank Austria an UniCredit für 13 Milliarden Euro.

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