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Händlern und manchen Verbrauchern sind 1- und 2-Cent-Münzen lästig. Foto: Rolf Vennenbernd/Illustration

Keine Tendenz zur Abschaffung

Kleine Münzen: Verbraucher sollten entscheiden

Frankfurt/Main (dpa) - Händlern und manchen Verbrauchern sind 1- und 2-Cent-Münzen lästig. Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele dämpft jedoch die Hoffnung, dass das Kleingeld in absehbarer Zeit aus Kassen und Geldbörsen verschwindet: "Im Moment gibt es im Euroraum keine Tendenz zur Abschaffung kleiner Münzen."

Länder wie Belgien, Finnland, Irland und die Niederlande haben zwar Rundungsregeln für den nationalen Bargeldverkehr eingeführt. Die kleinen Geldstücke bleiben aber auch dort gesetzliches Zahlungsmittel.

Die Abschaffung einzelner Münzen könnte nur auf europäischer Ebene beschlossen werden. "Eine Rundungsregel würde auf Dauer faktisch eine Abschaffung der kleinen Münzen mit sich bringen", sagte Thiele der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt.

Nach Bundesbank-Auffassung sollen die Verbraucher entscheiden, ob sie 1- und 2-Cent-Stücke weiter nutzen wollten. "Unseren bisherigen Umfragen zufolge will die Mehrheit die kleinen Münzen behalten", sagte Thiele. "Die Bürgerinnen und Bürger haben die Wahl und diese können sie nutzen. Wir als Bundesbank befriedigen die Nachfrage."

Der Notenbank zufolge sind aktuell 34 Milliarden 1-Cent-Stücke und 26 Milliarden 2-Cent-Münzen im Umlauf. Ein Teil der verkupferten Münzen landet regelmäßig in Sparschweinen oder geht verloren.

Für den Fiskus sind Geldstücke ein gutes Geschäft. "Unter dem Strich verdient der Staat mit der Ausgabe von Münzen Geld", sagte Thiele. Die Bundesregierung hat in Deutschland das alleinige Recht, Münzen auszugeben. Dafür steht dem Fiskus die Differenz zwischen dem Nennwert der Geldstücke und ihrem Materialwert zu. Im vergangenen Jahr machte der Bund einschließlich Sammler- und Goldmünzen sowie großer Stückelungen einen Münzgewinn von fast 338 Millionen Euro.

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