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Klepper: Französische Armee trickst bayerische Firma aus

- Rosenheim - Rund 100 000 Euro sind bei Militäraufträgen nicht sehr viel. Für eine kleine bayerische Firma aber sind sie eine Menge Geld. Dies geht der Rosenheimer Bootswerft Klepper verloren, weil der französische Staat wieder einmal europäische Regeln außer Acht lässt, wenn nationale Interessen im Spiel sind.

<P>Klepper hatte den Auftrag für drei Militär-Faltboote für die französische Armee nach einem aufwändigen Ausschreibungsverfahren bereits in der Tasche - als Vorauslieferung auf eine größere Tranche dieser Kommando-Boote. </P><P>Konkurrent beschwert sich - Auftrag ist weg</P><P>Die drei zu liefernden Boote waren schon fertig, als am 11. Juni der französische Vertriebspartner von Klepper erfuhr, dass der Vertrag annulliert wurde. Offizielle Begründung dafür: Die Boote (die vorher genau auf diese Eignung hin getestet worden waren und sich im Vergleich mit allen Konkurrenten durchsetzten) genügen nicht den militärischen Ansprüchen. Bei einer Rückfrage beim Militär erfuhr Michel Coffy, der Generalimporteur von Klepper aber auch den wirklichen Grund: Ein französischer Konkurrent des Rosenheimer Herstellers hatte sich beim Militär über die Vergabe an das bayerische Unternehmen beschwert. Ausgerechnet dieser Konkurrent bekam nun den Auftrag.<BR><BR>Bereits vorher waren in Rosenheim ungewöhnliche Hindernisse für den Eintritt in den französischen Markt aufgefallen: So verlangt eine Norm der Regierung in Paris, dass in Frankreich nur Faltboote mit einer gültigen CE-Norm in Frankreich verkauft werden dürfen. Doch nach europäischem Recht darf diese Norm für Kajaks gar nicht erteilt werden. So gab es in Deutschland keine Möglichkeit, diese Zulassungsvoraussetzung zu erfüllen - die im Land des jeweiligen Herstellers bescheinigt werden muss. In Frankreich wurde das Zeichen aber einfach auch an Kajaks vergeben. Klepper umschiffte diese Behinderung mit einer rechtlich einwandfreien Bescheinigung, dass die Boote erfolgreich entsprechend der CE-Norm geprüft wurden. Nur das Zeichen fehlte. So sollte der Weg nach Frankreich eigentlich frei sein.<BR><BR>Doch bei der ersten Gelegenheit, auch bei lukrativen französischen Militäraufträgen Fuß zu fassen, kam es zu dem empfindlichen Rückschlag. Die Ausschreibung war nach Angaben von Klepper der erste Militärauftrag der in Frankreich öffentlich ausgeschrieben werden musste. Bislang erhielt, so der Klepper-Aufsichtsratsvorsitzende Henning Isbruch, der französische Konkurrent Nautiraid automatisch alle Aufträge. Nautiraid ist der Bootsbauer, der auch diesmal nach einer Intervention des Firmenchefs zum Zug kam.<BR>Allerdings will Klepper das Verhalten der französischen Streitkräfte nicht hinnehmen. Isbruch hat die Sache der EU-Kommission vorgelegt. Wettbewerbskommissar Mario Monti soll das Verhalten der Franzosen gegenüber Klepper überprüfen.<BR><BR></P>

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