Knapp 1,5 Millionen Stellen in Deutschland unbesetzt

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Nürnberg/Berlin (dpa) - In Deutschland waren im September nach einer Hochrechnung des Instituts der Deutschen Wirtschaft 1,5 Millionen Arbeitsplätze unbesetzt. Das sei der höchste Septemberstand seit sieben Jahren, sagte der Arbeitsmarkt-Experte des Instituts, Holger Schäfer.

Er bestätigte damit im Kern einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Allerdings sei die Zahl der offenen Stellen in den vergangenen Monaten April bis August 2007 noch höher gewesen.

Die Hochrechnung Schäfers basiert auf der Zahl der bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) gemeldeten offenen Stellen. Diese Zahl lag im September bei 629 000. Sie bildet nach regelmäßigen wissenschaftlichen Untersuchungen der Agentur - zuletzt im vierten Quartal 2006 - etwa 44 Prozent der gesamten offenen Stellen ab, da längst nicht alle Arbeitgeber freie Arbeitsplätze an die Arbeitsagenturen melden.

Die Bundesagentur selbst forscht mit einem so genannten Job-Roboter sowie an einer Job-Börse nach nicht offiziell gemeldeten Stellen und kommt mit ihren Instrumenten auf eine Gesamtzahl von bundesweit 992 000, sagte eine Sprecherin am Freitag.

Die meisten offenen Stellen gibt es laut Bundesagentur im Grundstücks- und Wohnungswesen mit 244 000. Diese Rubrik umfasse allerdings einen sehr großen Bereich des Arbeitsmarktes, vom Architekten bis zum Gebäudereiniger, sagte die Sprecherin der Bundesagentur. Im Bereich öffentliche Verwaltung, Erziehung und Gesundheit, der vor allem auch den großen Pflegebereich umfasst, sind danach 153 000 Stellen offen.

Nach Angaben des Instituts der Deutschen Wirtschaft sind in einigen Branchen rein rechnerisch mehr Arbeitsplätze unbesetzt, als es Arbeitslose gibt. In der Metall- und Elektroindustrie stünden 221 000 Arbeitslose 224 000 offenen Arbeitsplätzen gegenüber. In der Informationstechnologie sind 30 000 Menschen arbeitslos, aber 40 000 offene Stellen vorhanden.

Die Stellen könnten dennoch nicht besetzt werden, weil die jeweilige Spezial-Qualifikation der Arbeitssuchenden und deren regionale Mobilität oft nicht passgenau seien, betonte Schäfer. Es spiele auch eine Rolle, dass praktische Kenntnisse bei langer Arbeitslosigkeit geringer würden.

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