C&A knöpft Konkurrenz Marktanteile ab

- Düsseldorf - C&A will mit zahlreichen Filialeröffnungen selbst in Kleinstädten und einer aggressiven Preisgestaltung der Konkurrenz Marktanteile auf dem schrumpfenden Bekleidungsmarkt abknöpfen.

Deutschlands viertgrößter Textilhändler kündigte bei der Veröffentlichung seiner Jahresbilanz an, dass die Mehrwertsteuererhöhung um drei Prozentpunkte zum 1. Januar 2007 voraussichtlich nicht an die Kunden weitergegeben werde. Nach einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsunternehmens ACNielsen unter Internet-Nutzern stehen geringere Ausgaben für Kleidung bei den Deutschen ganz oben auf der Liste der möglichen Sparoptionen.

C&A hat mit einem kräftigen Wachstum vom Spartrend bei Bekleidung profitiert. Im Ende Februar abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/2006 stieg der Umsatz um 4,3 Prozent auf gut 2,7 Milliarden Euro, teilte C&A Deutschland in Düsseldorf mit. Der Branchenumsatz sei dagegen 2005 um rund 2 Prozent geschrumpft. Der Jahresüberschuss kletterte um 18,1 Prozent auf gut 120 Millionen Euro. Dazu hätten neben dem Umsatzplus Kostensenkungen bei internen Abläufen beigetragen. Die Mitarbeiterzahl nahm durch neue Filialen um 500 auf 16 500 zu.

C&A will die Expansion mit der Eröffnung von insgesamt bis zu 50 neuen Filialen im laufenden Jahr fortsetzen. So seien im Herbst rund 30 Neueröffnungen geplant, erläuterte ein Sprecher. C&A gehe dabei in mittelgroße Städte und Kleinstädte. Auch am Rand von Großstädten werde C&A Flagge zeigen. Die Gesamtzahl der Filialen in Deutschland steige von 374 auf mehr als 400 bis Jahresende an. Damit sei das Filialnetz des Familienunternehmens, das von Clemens und August Brenninkmeyer (C&A) gegründet wurde, hier zu Lande so groß wie noch nie. Beim Umsatz wurde der höchste Wert in den 80er Jahren erzielt.

Europaweit erzielte C&A im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/2006 mit mehr als 32 000 Mitarbeitern ein Umsatzwachstum von 8,5 Prozent auf über 5,2 Milliarden Euro. Die hohe Steigerung fuhr das deutsch- niederländische Familienunternehmen dank seiner besonders schnell wachsenden Geschäfte in Osteuropa ein. Bis Ende des Geschäftsjahres 2006/2007 will C&A über 1050 bis 1100 Filialen in Europa verfügen.

Die Verbraucher müssen nach einer Prognose des Bundesverbandes des Deutschen Textileinzelhandels (BTE) erstmals seit vielen Jahren mit steigenden Preisen bei Bekleidung rechnen. Gegenwärtig gebe es ein heftiges Tauziehen zwischen Handel und Industrie, die Steuererhöhung zunächst etwas abzufedern, hatte der BTE Anfang des Monats mitgeteilt. Erfahrungsgemäß werde es nicht möglich sein, bei allen Artikeln die Preise um den erhöhten Mehrwertsteueranteil sofort zu korrigieren. Auf Dauer müsse trotz des Preiswettbewerbs die Steuererhöhung jedoch an den Endverbraucher weitergeben werden.

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