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Knorr-Bremse: Werke im Ausland sichern Jobs

- München - "Ohne Niedriglohnländer wären Arbeitsplätze in Deutschland nicht haltbar." Heinz Hermann Thiele, Chef der Knorr-Bremse AG, weiß, wovon er spricht. Immerhin 8084 der 11 143 Mitarbeiter des Konzerns arbeiten im Ausland. So schaffte es das Münchner Unternehmen, auch die Inlandsbeschäftigung aufzubauen: 3059 Jobs in Deutschland hatte Knorr-Bremse Ende 2004. Das sind 109 mehr als ein Jahr vorher. Das sieht Thiele als "gesellschaftliche Verpflichtung", wie er sagt. Mit spitzem Bleistift gerechnet sähe dies anders aus: "Wir könnten 2000 Arbeitsplätze verlagern und damit 100 Millionen Euro an Kosten sparen", sagt Thiele. Dem deutschen Staat samt Sozialsystemen entgingen dann 144,2 Millionen. Geschieht aber nicht. "Wir sind überzeugt, dass wir einen Beitrag leisten zur Erhaltung von Strukturen im derzeit strukturschwachen Deutschland."

Hätte das Münchner Unternehmen, das einmal nahezu vollständig von Aufträgen der Bundesbahn abhängig war, seine Strukturen nicht radikal umgebaut, wäre es nach Thieles Einschätzung längst pleite. Bestellungen der Deutschen Bahn seien um 75 Prozent eingebrochen. So setzt Knorr-Bremse verstärkt auf Nutzfahrzeugbremsen und ausländische Märkte, wie Südamerika, China, Indien oder Russland: In Nischni Nowgorod wird ein neues Werk gebaut. Das Unternehmen wächst auch durch Übernahmen. Das erweitert die Geschäftsfelder. Neben den Bremsen sieht sich Knorr-Bremse als Spezialist für Türsysteme und über eine spanische Beteiligung nun auch für Klimaanlagen.<BR><BR>Dem Ergebnis schadet das nicht. Knorr-Bremse steigerte den Umsatz 2005 um 10 % auf 2,4 Milliarden Euro. Der Jahresüberschuss erhöhte sich um 20 % auf 130 Millionen Euro. Die Nettoverschuldung schrumpfte um 113 auf 69 Millionen Euro. Für 2005 erwartet Thiele deutlich mehr als 10 Prozent Umsatzzuwachs. Und wieder soll die Ergebnisentwicklung der Umsatzentwicklung vorausgehen. Auch der Expansionskurs wird fortgesetzt. Die Kasse für Zukäufe ist gefüllt. Eine halbe Milliarde Euro beziffert Thiele die dafür verfügbaren Mittel.<P>Vor 100 Jahren gründete Georg Knorr in Berlin ein Werk für Druckluftbremsen und legte den Grundstein des heutigen Weltmarktführers.</P><P><BR> </P>

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