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Wer den Kopf freihaben soll zum Lernen, darf nicht von Geldsorgen geplagt werden. Studenten – und vor allem Bafög-Empfänger – haben viele Möglichkeiten, sich finanziell ein wenig Luft zu verschaffen.

Tipps zum Semesterbeginn

So können Studenten Geld sparen

München - Miete, Studiengebühren, Bücher – gerade in einer teuren Stadt wie München ist ein Studium nicht einfach zu finanzieren. Hier einige Tipps, wie sich das Studentendasein günstiger gestalten lässt.

Kostenlos fernsehen

In der Regel müssen zwar auch Studenten Rundfunkgebühren bezahlen, wenn sie einen Fernseher oder ein Radio besitzen – für beide Geräte werden derzeit 17,98 Euro pro Monat fällig. Doch viele können von der Ausnahme profitieren, die die GEZ „besonderen Härtefällen“ einräumt.

Im Klartext heißt das: Wer Bafög bezieht, kann sich in der Regel von der Rundfunkgebühr befreien lassen. Der Antrag kann allerdings nicht mehr wie bislang beim Einwohnermeldeamt gestellt werden, sondern muss direkt an die GEZ gerichtet werden. Das entsprechende Formular gibt’s im Internet unter www.gez.de.

Nach Angaben der Stiftung Warentest kann die Befreiung auch beantragt werden, wenn noch kein Bafög-Bescheid vorliegt. In diesem Fall genüge die Ankündigung, dass der Bescheid nachgereicht werde.

Billiger telefonieren

Auch die Telekom bietet Studenten mit schmalem Geldbeutel die Möglichkeit zu sparen. Wer Bafög bekommt und bereits von den GEZ-Gebühren befreit ist, bekommt laut den Warentestern in der Regel problemlos den sogenannten Sozialtarif der Telekom, der eine Gutschrift für Gesprächsgebühren in Höhe von 6,94 Euro pro Monat beinhaltet.

Voraussetzung ist allerdings, dass keine Gespräche über sogenannte Call-by-Call-Anbieter, die für einzelne Gespräche Billig-Tarife anbieten, geführt werden. In Wohngemeinschaften muss zudem darauf geachtet werden, dass der Anschluss nur auf denjenigen angemeldet sein darf, der den Sozialtarif beantragt.

Neben der Telekom kann es sich auch lohnen, bei deren Konkurrenten anzufragen, da viele Anbieter Studenten mittlerweile günstige Konditionen für Handy und Festnetz einräumen.

Bahncard günstiger

Wer häufig zwischen Studienort und Heimat pendelt, kann von einem Angebot der Bahn profitieren. Gegen Vorlage des Studentenausweises ist die Bahncard 50 für etwas mehr als die Häfte des normalen Preises zu haben. Allerdings gilt dieses Angebot nur für Studenten, die nicht älter als 26 Jahre sind.

Weltweit Vorteile

Mit dem normalen Studentenausweis lassen sich Rabatte in vielen Theatern, Museen, Kinos oder Schwimmbädern in Deutschland nutzen. Wer derartige Ermäßigungen auch im Ausland erhalten möchte, sollte sich den internationalen Studentenausweis ISIC ausstellen lassen, der als einziger Uni-Nachweis weltweit anerkannt ist. Beantragt werden kann er beispielsweise beim Allgemeinen Studentenausschuss (Asta).

Krankenversicherung

Studenten müssen sich krankenversichern, allerdings ist dies unter bestimmten Bedingungen beitragsfrei möglich. Wer nicht älter als 25 Jahre ist und schon während der Schulzeit über die Eltern bei einer gesetzlichen Kasse beitragsfrei familienversichert war, kann diese Möglichkeit auch im Studium nutzen. Ausgeschlossen ist dies nach Angaben der Stiftung Warentest jedoch, wenn ein Elternteil privat versichert ist, mehr als 4050 Euro brutto im Monat und gleichzeitig mehr als der gesetzlich versicherte Elternteil verdient. Zudem dürfen familienversicherte Studenten höchstens einen 400-Euro-Job annehmen.

Wer älter als 25 Jahre ist oder mehr verdient als 400 Euro im Monat, muss sich selbst versichern. Dies ist zum einen in der gesetzlichen Krankenversicherung für einen Beitrag von 53,40 Euro pro Monat möglich. Hinzu kommen 9,98 Euro (ab dem 23. Lebensjahr 11,26 Euro) für die Pflegeversicherung. Zum anderen können Studenten, die schon als Jugendliche privat versichert waren, dies auch während des Studiums bleiben. Allerdings ist diese Variante meist teurer und es besteht keine Möglichkeit, irgendwann während des Studiums in die gesetzliche Krankenversicherung zu wechseln.

Für Bafög-Empfänger kann es sich lohnen, beim Bafög-Amt einen Zuschuss zu beantragen. Einige Studenten haben ein Recht darauf, bei der Zahlung der Beiträge unterstützt zu werden.

Sparen bei Haftpflicht

Auch bei der Privathaftpflichtversicherung können Studenten billiger wegkommen. Wenn die Eltern haftpflichtversichert sind, gilt dieser Schutz in der Regel auch für Studenten, die noch keine Ausbildung absolviert haben und nicht berufstätig waren.

Wer ein eigenes Auto hat, kann zudem bei der Kfz-Haftpflichtversicherung sparen. Statt des normalerweise üblichen Einstiegs-Beitragssatzes von 230 Prozent bieten viele Versicherer einen Satz von 140 Prozent an, wenn Studenten ihr Auto bei der Gesellschaft der Eltern versichern. Ebenfalls 140 Prozent werden fällig, wenn das Fahrzeug als Zweitwagen der Eltern versichert wird. Sparen kann außerdem, wer den Jahresbeitrag auf einmal überweist. Wird halb- oder vierteljährliche Zahlung vereinbart, können Zuschläge von drei bis fünf Prozent fällig werden.

Vorsicht bei Jobs

Studenten sind nicht in jedem Fall von der Sozialversicherungspflicht befreit. Lediglich dann, wenn nicht mehr als zwei Monate oder 50 Tage im Kalenderjahr gearbeitet wird, fallen unabhängig vom Verdienst keine Sozialabgaben an. Wer als Student regelmäßiger arbeitet, ist nur dann von dieser Plicht befreit, wenn er nicht mehr als 400 Euro im Monat verdient (der Arbeitgeber muss allerdings auch in diesem Fall 13 Prozent des Einkommens an die Krankenversicherung und 15 Prozent an der Rentenversicherung überweisen). Ab einem monatlichen Verdienst von 400 Euro müssen auch die Studenten selbst einen Beitrag zur Rentenkasse leisten.

Wer neben dem Studium Geld verdient, kann zudem Nachteile haben. Bei einem Einkommen von mehr als 350 Euro im Monat wird das Bafög gekürzt. Außerdem gibt’s kein Kindergeld, wenn ein Student mehr als 7680 Euro im Jahr verdient.

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