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Die Insolvenz bietet Arcandor die Chance, sich zu sanieren.

Hintegrund

So könnte es bei Arcandor weiter gehen

Essen - Bei der beantragten Arcandor-Insolvenz rechnen viele Beobachter mit einer Zerschlagung des Essener Handels- und Tourismusunternehmens.

Derzeit ist das Geschäft des Unternehmens auf die drei Säulen Tourismus (Thomas Cook), Warenhäuser (Karstadt) und Versandhandel (Primondo mit Quelle) aufgeteilt. Die knapp 53-prozentige Arcandor-Beteiligung an dem Ferienflieger Thomas Cook stünde bei einer Insolvenz ganz oben auf der Verkaufsliste, obwohl die “Ertragsperle“ des Konzerns als eigenständiges Unternehmen selbst gar nicht direkt betroffen wäre.

REWE-Chef Alain Caparros kündigte am Dienstag an, eine Übernahme von Thomas Cook prüfen zu wollen. Die Entscheidung darüber liegt jedoch nicht zuletzt bei den Gläubigerbanken, denen Arcandor seine Aktien bereits als Pfand gegeben hat. Deutlich stärker betroffen wären vor allem die beiden Handelstöchter Karstadt und Primondo mit dem Versender Quelle. Interessenten wie die Hamburger Otto-Gruppe gibt es bislang vor allem für einige der Primondo-Spezialversender wie Hess Natur oder Baby Walz sowie für die Karstadt-Sporthäuser.

Mitarbeiter der Karstadt-Warenhäuser müssen bangen

Verschärfen dürfte sich dagegen die Situation der rund 30.000 Beschäftigten der Karstadt-Warenhäuser. Obwohl der zur Metro gehörende Konkurrent Kaufhof angekündigt hat, die Verhandlungen über einen Zusammenschluss der beiden Ketten auch bei einer Arcandor-Insolvenz weiterführen zu wollen, befürchten viele Beobachter, dass ein Kahlschlag nun deutlich radikaler ausfallen könnte.

Auf der Verliererseite stünden auch die Aktionäre des Handelskonzerns, die am Montag bereits einen Kurseinbruch von mehr als 40 Prozent hinnehmen mussten sowie die Vermieter, die mit deutlichen Mietkürzungen rechnen müssten. Am Dienstag brach der Aktienkurs zeitweise weiter um mehr als 26 Prozent auf 0,78 Euro ein.

dpa

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