Kollektive Depression schadet dem Image von "Made in Germany"

- Berlin - Die große Mehrheit der Deutschen (85 Prozent) schätzt ihre persönliche wirtschaftliche Lage als gut oder befriedigend ein. Laut einer neuen Studie haben sich die Werte gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Selbst auf die Entscheidungsträger in der Wirtschaft trifft das zu.

<P>Trotzdem halten beide Gruppen mehrheitlich (60 Prozent) die gesamtwirtschaftliche Lage Deutschlands für schlecht. Verantwortlich für diese Diskrepanz sind laut Stefan Groß-Selbeck, Geschäftsführer des Marktforschungsunternehmens Forum, jahrelange Schreckensmeldungen über Insolvenzen und Arbeitslose.</P><P>Mittlerweile ist im Inland von der dadurch verursachten kollektiven Depression sogar das Image des Gütesiegels "Made in Germany" betroffen. Dessen Ansehen sank rapide über die letzten Jahre. "Dabei muss sich die Wirtschaftsnation Deutschland im internationalen Vergleich wirklich nicht verstecken", sagte Jürgen Varwig, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Qualität und im Hauptberuf Direktor für Qualitätsmanagement bei der BASF-Gruppe. </P><P>Das zeige allein ein Blick auf die Ausfuhrstatistik der Bundesrepublik. Neben den Zukunftsbranchen Nanotechnologie und Mikrosystemtechnik spiele Deutschland in der pharmazeutischen und chemischen Industrie sowie im Maschinenbau eine führende Rolle auf dem Weltmarkt.</P><P>"Im Ausland genießt ,Made in Germany' nach wie vor einen sehr guten Ruf", sagte Varwig. Durch die schlechte Stimmung spielt beim Verbraucher der Preis statt der Qualität die entscheidende Rolle für die Kaufentscheidung, so die aktuelle Studie "Excellence Barometer".</P><P>Wichtig sei für den Wirtschaftsstandort Deutschland aber ein Bewusstsein für die Qualität, so Varwig. "Politik und Wirtschaft und Verbände sind hier klar gefordert", sagte Varwig. Laut der Studie sieht die Bevölkerung neben der Regierung immer mehr auch das Management der Unternehmen als verantwortlich für die als schlecht empfundene wirtschaftliche Gesamtlage an. </P><P>Deshalb fordert Varwig von den Entscheidungsträgern in den Betrieben Qualität vorzuleben. Nur so könne das Gütesiegel "Made in Germany" bleiben, was es mehr als ein Jahrhundert lang war: kein Makel, sondern ein Versprechen.<BR></P>

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