Komfort bei Gerätebedienung im Mittelpunkt

- München - Technische Geräte wurden in den vergangenen Jahren immer leistungsfähiger - aber meist auch komplizierter in der Bedienung. Nun scheinen sich die ersten Firmen auf die Benutzerfreundlichkeit ihrer Produkte zu besinnen. Beim 1. "Usability Day" im Siemens-Forum präsentierten Unternehmen sowie Vertreter von LMU und TU München, worauf es bei einer einfachen Handhabung ankommt. Die Firmen sehen in diesem Feld durchaus neue Märkte und Zielgruppen.

In weltweit fast 40 Städten fand gestern der Tag der Benutzerfreundlichkeit statt. "Irgendwann stößt jeder an seine Grenzen - egal wie gut er sich mit Technik auskennt", erklärt Andreas Beu, Präsident der Deutschen Sektion der International Usability Professional Association (UPA). Deshalb sei das Thema Benutzerfreundlichkeit, auf Englisch Usability, nicht vom Alter des Benutzers abhängig. So zum Beispiel beim Autofahren, wie der Lehrstuhl für Ergonomie der TU München zeigte. Mit einer Brille wird die Blickrichtung des Fahrers erfasst. Die Wissenschaftler erkennen dadurch, wie lange der Fahrzeuglenker durch die Instrumentenbedienung abgelenkt wird. "BMW, Audi oder Daimler verwenden diese Ergebnisse dazu, die Menüführung benutzerfreundlich zu gestalten", erklärt TU-Ingenieur Christian Lange.

Siemens beschäftigt sich seit drei bis vier Jahren mit dem Thema Usability. Im kommenden Jahr führt das Unternehmen in der Haushaltsgeräte-Sparte ein Sortiment mit der Zielgruppe "50 plus" ein, so Nadine Wolf, Advertising Consultant bei Siemens. Dabei würde vor allem auf die Lesbarkeit der Schrift und die einfache Bedienung der Geräte Wert gelegt. Als Weltneuheit präsentierte Siemens einen Wandbackofen, der auch für Rollstuhlfahrer leicht zu bedienen ist.

Ulrich Leiner von BenQ-Mobile warnt jedoch davor, besonders benutzerfreundliche Geräte als speziell für ältere Menschen zu deklarieren. "Niemand will sich alt fühlen und deshalb wird niemand solche Geräte kaufen." So sei das "Convenience Phone", ein Handy, das durch den Verzicht zusätzlicher Funktionen und durch eine größere Display-Schrift leichter zu bedienen sei, für Kunden jeden Alters konzipiert worden.

Die Forschung befasse sich mit Usability schon seit rund 30 Jahren, so Beu. Vermehrt müssten sich aber auch die Unternehmen mit diesem Thema befassen: "Die technischen Funktionen vieler Hersteller sind heutzutage nahezu identisch. Den Unterschied macht meist die Bedienbarkeit der Geräte."

Dieser Siemens-Backofen hat eine Ausfahrmechanik und ist so auch für Rollstuhlfahrer leicht zu bedienen.

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