Apple muss 13 Milliarden Euro nachzahlen

Kommentar: Irlands gefährliche Steueroasen-Strategie

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München - Der Technik-Riese Apple zahlt in ganz Europa mit tätiger Unterstützung der irischen Regierung kaum Steuern. Ein Zustand, den die EU-Wettbewerbskommission jetzt beenden will. Zeit wird's. Ein Kommentar von Corinna Maier.

Apple ist das wertvollste Unternehmen der Welt. Seine Gewinne sind noch immer beinahe märchenhaft. Und das liegt nicht nur an den schicken und teuren Gerätschaften, die Apple verkauft. Der Technik-Riese zahlt in ganz Europa mit tätiger Unterstützung der irischen Regierung kaum Steuern. Ein Zustand, den die EU-Wettbewerbskommission jetzt beenden will. Zeit wird's.

Schließlich verfolgt die EU mit Vehemenz – und zu Recht – jede Subventionierung, die ein Staat einem notleidenden Unternehmen zukommen lassen will. Warum also sollte ausgerechnet Apple, der Rekordhalter der Geldvermehrung, durch einen skandalösen Steuersatz von 0,005 Prozent bezuschusst werden?

Irland dient sich dem Weltkonzern als Steueroase an. Als Gegenleistung hat Apple vergleichsweise wenig zu bieten: Die Zahl der Apple-Arbeitsplätze in Irland ist überschaubar. Produziert wird – natürlich – an Billigstandorten wie China. Dass die Steueroasen-Strategie gefährlich werden kann, hat Irland bereits erlebt, als es vor wenigen Jahren in den Abgrund der Staatspleite blickte – und Europa ihm wieder auf die Beine half. Schon aus diesem Grund konnte die EU dem Steuerverzicht nicht länger zusehen.

Dass die Kalifornier jetzt auch noch gerichtlich gegen die Nachzahlung vorgehen wollen, ist schon unverschämt. Schließlich finanziert Apple 13 Milliarden Euro mit ein bis zwei Quartalsgewinnen.

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