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Merkur-Redakteur Dirk Walter.

Bahn droht mit Stilllegung

Kommentar zur Deutschen Bahn: Jammern auf hohem Niveau

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München - Die Deutsche Bahn hat einen neuen Fahrgastrekord zu vermelden und droht wegen steigender Trassenpreise Strecken stilllegen zu müssen? Das passt nicht ganz zusammen.

Tarifdschungel, kein Wlan, unpünktliche Züge – über den Fernverkehr der Deutschen Bahn ist leicht klagen. So schlecht aber kann die Leistung der so genannten „weißen Flotte“ aus IC und ICE nicht sein, denn sonst könnte Bahnchef Grube nicht einen Fahrgast-Rekord verkünden.

Fernbusse hin oder her – die neuen Zahlen, Resultat einer Rabattaktion, zeigen, dass die Bahn mit der Konkurrenz auf der Straße durchaus mithalten kann.

Es hat zwar etwas gedauert, bis sich der schwerfällige Tanker zu einer Gegenreaktion auf Flixbus & Co bequemt hat – aber es geht: Die unliebsame Konkurrenz lässt sich in Schach halten. Das ist die gute Nachricht.

Da passt die jüngste Drohkulisse allerdings schlecht ins Bild: Dass der Fernverkehr durch steigende Trassenpreise in seiner Existenz gefährdet ist, klingt nach Jammern auf hohem Niveau.

Schon wahr, jeder gefahrener Schienen-Kilometer kostet DB Fernverkehr auch Geld. Hohe Steigerungen sind da zu vermeiden. Unterschlagen wird allerdings gerne, dass die Bahn mehr als früher staatlich gefördert wird, denn der Bund steckt neuerdings (zu Recht) viel Geld in die Sanierung der Schienen.

Davon profitiert auch der Fernverkehr. Er muss nun pünktlicher werden, der Ticketkauf günstiger und durchschaubarer – das sind die eigentlichen Herausforderungen.

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