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MM-Redakteur Martin Prem.

Nationale Wirtschaftsperspektiven

Kommentar: Schuld sind die anderen

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Die britische Wirtschaft wächst unerwartet stark. Der Dow Jones Index klettert unaufhaltsam. Sind der Brexit und die Zollpläne von Donald Trump nicht so schlimm? Merkur-Redakteur Martin Prem kommentiert.

Wie sich die Neuerungen auf lange Sicht auswirken, wird man nicht jetzt an Zuckungen der Börsenkurse oder Quartalsausschlägen des Bruttoinlandsprodukts festmachen können.

In beiden Fällen greifen verbreitete Argumente zu kurz. Nicht Brüssel hat die blühende Industrie Mittelenglands kaputtgemacht, wie viel Briten glauben. Und nicht böse Mexikaner sind schuld daran, dass im „Rust Belt“ der USA immer weniger Autos gebaut werden. Es waren die Briten selbst unter Margeret Thatcher und die USA unter Ronald Reagan, die die Industrie siechen ließen. Sie suchten ihr Heil allein in Dienstleistungen und haben damit das Debakel selbst verursacht. Dass ihre politischen Erben, Theresa May und Donald Trump andere dafür als Sündenböcken abstempeln, lässt nicht viel von ihnen erwarten.

Vieles wird nicht so gut werden, wie May und Trump jetzt ihren gläubigen Anhängern prophezeien. Macht aber nichts: Wer rechtzeitig alternative Schuldige präsentieren kann, kommt gar nicht erst in die Verlegenheit, Lösungen zu erarbeiten, für die er mehr können muss, als mit dem Finger auf andere zu zeigen.

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