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Claudia Möllers, Ressortleiterin der MM-Bayernredaktion.

Unerträglicher Zustand

Kommentar zum Töten von Küken: Perverse Tierhaltung

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München - Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat das masachinelle Töten männlicher Küken für rechtens erklärt. Was ist mit der Würde der Tiere, fragt sich Merkur-Redakteurin Claudia Möllers.

Das maschinelle Töten von männlichen Küken wird vorerst nicht beendet. Das Oberverwaltungsgericht in Münster hat die wirtschaftlichen Interessen der Brütereien höher bewertet als den Tierschutz. Wie kann man das mit dem ethischen Grundsatz vereinbaren, dass auch dem Geschöpf Tier eine Würde innewohnt? Es ist schlichtweg unmoralisch, Millionen Tiere zu züchten, um sie dann einfach wegzuwerfen.

Brutstationen sortieren die männlichen Tiere aus, weil sie ihnen nichts bringen. Keine Eier, nicht genügend Fleisch. Also weg damit. Maschinell werden sie vergast. Das Schreddern gehört immerhin schon länger der Vergangenheit an. Gewiss, auch die weiblichen Tiere werden letztlich geschlachtet, wenn sie ihre Pflicht und Schuldigkeit als Eierlieferanten getan haben und vielleicht noch in der Suppe landen. Grundsätzlich soll auch das Töten von Tieren zur Lebensmittelerzeugung nicht in Frage gestellt werden. Aber das Vernichten von Küken am Tag ihres Schlüpfens, weil sie unnütz sind, das ist schon eine Perversion der Tierhaltung.

Die Bundesregierung setzt auf die neue Methode der Erkennbarkeit des Geschlechts bereits im Ei. Höchste Zeit, dass diese Technik Marktreife erreicht. Und schwer erträglich, dass bis dahin noch Millionen über Millionen Küken vergast werden.

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