Notgroschen für Wolfsburg

Unanständige Forderung

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München - Braucht Wolfsburg Hilfe? Oder Ingolstadt? Oder auch andere Gemeinden, die an Gewerbesteuerausfällen nach dem Volkswagen-Skandal leiden? Nein, sagt unser Autor Martin Prem.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat jetzt einen Ausgleich für die VW-Städte gefordert. Doch das ist purer Unsinn. Städte, die sich an das Füllhorn eines großen Steuerzahlers gewöhnt haben, waren jahrelang im Vorteil gegenüber anderen. Warum sollen Schwache für weit Stärkere zahlen, nur weil deren Vorsprung gerade schrumpft? Die üppigen Einkommensteueranteile fließen ja fast ungemindert weiter.

Klar ist die Bindung an ein großes Unternehmen auch ein Risiko. Das weiß jeder kleine Anleger, der gelernt hat, nicht all sein Geld in ein einziges Anlageprodukt zu investieren. Was VW und die meisten seiner Tochterunternehmen an ihre Städte und Gemeinden abgeführt hat, bot aber die Möglichkeit, für schlechtere Zeiten vorzusorgen.

Es wäre schlicht unanständig, Städte, die bereits ihr Theater und ihr letztes Hallenbad schließen mussten, in die Pflicht zu nehmen, damit in Wolfsburg kommunale Dienstleistungen nicht so teuer werden, wie sie woanders längst sind. Selbst wenn erst einmal magere Jahre angesagt sind, muss es möglich sein, diese aus eigener Stärke zu überbrücken, bis VW zu alter Finanzkraft zurückfindet.

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