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Unser Autor Martin Prem.

Verbrennungsmotor überholt

Kommentar zu VW-Abgas-Skandal: Die besten Tage sind vorbei

München - Die VW-Affäre ist nur die Spitze des Eisberges, meint unser Autor. Die Erkenntnis, dass der klassische Verbrennungsmotor an seine Grenzen stößt, muss nun erkannt und umgesetzt werden.

Die Schuldigen werden gesucht und – wenn man sie findet – auch bestraft. Davon konnte man angesichts des immensen Schadens ausgehen, den die Abgasaffäre Volkswagen zugefügt hat und noch zufügen wird. Viel mehr hatten VW-Vorstandschef Matthias Müller und der Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch bei ihrer Zwischenbilanz zur Abgasaffäre nicht zu bieten. Auch dass der Konzern seine Strukturen umkrempeln muss, wenn er solche Affären in Zukunft vermeiden will, war nicht neu. Die technischen Folgen sind überschaubar. Viele Motoren sind mit recht einfachen Mitteln auf den Stand der jeweils gültigen Abgasnormen zu bringen.

Selbst in den Fällen, in denen das nicht möglich sein wird – etwa in den USA – , würden auch Regelungen bis hin zum Austausch der betroffenen Fahrzeuge den Konzern nicht überfordern. Am teuersten für VW werden wohl die Strafzahlungen, die derzeit noch gar nicht absehbar sind. Insoweit liegt das Schicksal des größten europäischen Autokonzerns in den Händen der schwer berechenbaren US-Justiz. Eine Erkenntnis, die man aus dem Skandal ziehen muss, wird nicht nur VW treffen: Die Möglichkeiten, immer strengere Anforderungen der Luftreinhaltung zu erfüllen, stoßen technisch und wirtschaftlich an ihre Grenzen. Der klassische Verbrennungsmotor – ganz egal ob Benzin oder Diesel – hat seine besten Tage hinter sich.

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