Sebastian Horsch, Redakteur des Münchner Merkur.

Konjunktur sei Dank

Kommentar zu Krankenkassen: Stabile Zusatzbeiträge 

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Die Krankenkassen melden einen Überschuss von 1,4 Milliarden Euro. Die Auswirkungen für die Versicherten kommentiert Sebastian Horsch, Redakteur des Münchner Merkur.

Hoppala. Jetzt sind den Krankenkassen am Ende doch 1,4 Milliarden übrig geblieben. Erst einmal werden die Zusatzbeiträge also wohl auch 2018 nicht steigen. Dass es mittelfristig so bleibt, ist aber keinesfalls garantiert.

Im Sommer hatte Kassenverbands-Chefin Doris Pfeiffer prognostiziert, man komme wohl leider nicht drum herum, 2017 die Zusatzbeiträge für die Versicherten von aktuell 1,1 Prozent auf bis zu 1,4 Prozent anzuheben. Als dann im Herbst klar wurde, dass die Beiträge 2017 doch nicht steigen, hieß es vielfach: klar, Wahljahr. Da lege die Regierung halt mal 1,5 Milliarden aus dem Gesundheitsfonds drauf, um schlechte Stimmung zu vermeiden. Spätestens 2018 werde die Quittung für die Versicherten schon kommen. Auch danach sieht es nicht aus.

Nun kann man den Kassen Alarmismus vorwerfen. Tatsächlich lassen ihre Lobbytruppen selten eine Gelegenheit aus, den Zusatzbeitrags-Teufel in grellen Farben an die Wand zu malen. Wahr ist aber auch, dass vor allem die brummende Konjunktur die Beiträge unten hält. Die Kosten sind enorm, die Gesundheitsausgaben steigen Jahr für Jahr. Ob sich das irgendwann nicht doch auf die Zusatzbeiträge auswirkt, hängt vor allem davon ab, wie sich die wirtschaftliche Lage entwickelt.

Sie erreichen den Autor unter Sebastian.Horsch@merkur.de

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