Redakteur Dominik Göttler.

Transparenz sieht anders aus

Kommentar zu Lebensmittelwarnugen: Reform überfällig

  • schließen

Ein Lebensmittelskandal folgt auf den anderen - das Nachsehen haben die Verbraucher, die meistens als Letzte davon erfahren. Wer auch immer im Herbst die Regierung übernimmt, wird eine Reform-Baustelle vorfinden.

München - Salmonellen bei Bayern-Ei, Listerien bei Sieber, Ekelfunde in Großbäckereien, zuletzt die Fipronil-Eier – die Liste der jüngsten Lebensmittelskandale ist lang. Und der Verbraucher? Sitzt am untersten Ende der Nahrungskette und schluckt kopfschüttelnd die Informationen, die ihm meist nur scheibchenweise serviert werden.

Dabei hätte gerade in Sachen Transparenz vieles anders laufen können. Schon im Koalitionsvertrag vor vier Jahren einigten sich SPD und Union darauf, Paragraf 40 des Lebens- und Futtermittelgesetzbuches zu überarbeiten. Darin ist geregelt, wie die Öffentlichkeit über Missstände bei der Lebensmittelherstellung informiert wird. Doch das Gesetz ist unzureichend. Das hat auch die Politik schon damals erkannt. Passiert ist seitdem trotzdem nichts.

Wer auch immer nach dem 24. September einen Regierungsauftrag erhält, wird eine offene Baustelle vorfinden, die dringend angegangen werden muss. Und zwar im Sinne des Verbrauchers und nicht, wie bisher, zur Zufriedenheit der Unternehmer. Das wird weitere Skandale zwar nicht verhindern. Aber den Bürgern wäre ja schon geholfen, wenn sie statt einer Salami-Taktik frühzeitig eine klare Aussage über die verdorbene Wurst bekommen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Salz in offene Kundenwunden“ - wegen diesem Post beschwert sich sogar Kaufland bei Aldi
Debatten im Netz eskalieren schnell. Aldi Süd hat nun auf Facebook eine Grundsatz-Diskussion losgetreten - sogar Kontrahent Kaufland mischte sich ein.
„Salz in offene Kundenwunden“ - wegen diesem Post beschwert sich sogar Kaufland bei Aldi
Igitt! Mann macht Ekel-Fund in Aldi-Produkt - danach kommt er nicht zur Ruhe
Fast jeder hat eine Lieblingsschokolade. So auch ein Mann, der in Duisburg ebenjene beim Discounter Aldi kaufte. Doch als er sie verzehren will, macht er einen echten …
Igitt! Mann macht Ekel-Fund in Aldi-Produkt - danach kommt er nicht zur Ruhe
Gewinne im Dax - weniger Sorgen um Italien und China
Frankfurt/Main (dpa) - Anzeichen einer Entspannung im Haushaltsstreit zwischen der EU und Italien haben den deutschen Aktienmarkt angetrieben.
Gewinne im Dax - weniger Sorgen um Italien und China
Bundesländer mit Stahlproduktion wollen Kräfte bündeln
Beim ersten Nationalen Stahlgipfel wollen sich Vertreter von Politik, Unternehmen und Beschäftigten für die Zukunft der Branche stark machen. Es geht um den Erhalt von …
Bundesländer mit Stahlproduktion wollen Kräfte bündeln

Kommentare