Bayerische Junglehrer

Kommentar zu Lehrerlücken: Der Schweinezyklus

München - Seit Jahren herrscht an Bayerns Grundschulen Lehrermangel. Die Lücken werden mit trickreichen Maßnahmen zu stopfen versucht. Merkur-Redakteur Dirk Walter stellt in seinem Kommentar einen gewagten Vergleich an.

Und ewig grüßt der Schweinezyklus – das ist Landwirtewissen: Hohe Marktpreise bewirken, dass sich die Landwirte mehr Viecherl in den Stall stellen. Doch wegen der Aufzuchtzeit kommt es zu einem Verzögerungseffekt, am Ende gibt es ein Überangebot. Jetzt ein gewagter Vergleich, der aber naheliegt: Bei den bayerischen Junglehrern ist es ganz ähnlich. Ziemlich sicher werden immer gerade diejenigen mit ihrem Lehrerstudium fertig, die man nicht braucht. Derzeit gibt es einen Überhang an fertig ausgebildeten Gymnasiallehrern, während Grundschullehrer allerorten fehlen. Wahrscheinlich freunden sich daher in diesen Wochen gerade etliche Abiturienten mit dem Vorhaben an, sich für ein Grundschul-Lehramts-Studium einzuschreiben. Ob sie – boshaft formuliert – die „Aufzuchtzeit“ bedacht haben?

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Scherz beiseite: In Wahrheit ist die Not an den Grundschulen groß. Das Ministerium verhindert nur mit trickreichen Maßnahmen hart an der Grenze des Zumutbaren einen Aufstand der Lehrerschaft. De facto werden Lehramts-Anwärter schon während des Studiums zur Arbeit an die Schulen gelockt – angeblich um Erfahrungen zu sammeln (klingt immer gut), in Wahrheit aber, um die Lehrerlücke zu stopfen. Wenn sie nur wenigstens gut betreut würden – davon ist angesichts der Aufgabenflut, die die Schulleitungen bewältigen sollen, aber nicht auszugehen. So kann es nicht ewig weitergehen. Warum nur schafft es kein bayerischer Kultusminister, die Ausbildung besser zu steuern?

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