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Georg Anastasiadis, Chefredakteur des Münchner Merkur.

Plant Brüssel das Ende des freien Internets?

Kommentar zum neuen Urheberschutz: Panikmache im Netz

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Bedeutet ein neues Urheberschutzgesetz das Ende des freien Internets? Die Kritiker übertreiben bei ihrer Panikmache, meint Georg Anastasiadis, Chefredakteur des Münchner Merkur.

Die jungen Leute proben den Aufstand – nicht nur in der Klimapolitik. Ebenso heftig fallen die Proteste gegen die Reform des EU-Urheberrechts aus. Sie treibt die Netzgemeinde zu Zehntausenden auf die Straßen. Doch was ist dran an der Klage, Brüssel plane das „Ende des freien Internets“? Richtig ist: Die EU will Künstler, etwa Musikschaffende, und Autoren, auch Presseverlage, besser davor schützen, im Internet bestohlen zu werden. Bisher können sich Website-Betreiber wie der Streamingdienst Youtube, die ihren Nutzern erlauben, selbst Inhalte hochzuladen, darauf hinausreden, dass es nicht ihre Sache sei, zu prüfen, ob die auf ihren Seiten abrufbaren Inhalte ein fremdes Copyright enthalten oder nicht. Genau dazu sollen sie nun aber verpflichtet werden. Und das völlig zu Recht. Schließlich geht man ja auch nicht in den Supermarkt, füllt den Einkaufswagen und spaziert dann ohne zu bezahlen an der Kasse vorbei.

Die von den Digitalkonzernen kräftig angeheizte Sorge der Netzgemeinde ist, dass die Website-Betreiber nun übers Ziel hinausschießen und per Uploadfilter massenhaft auch freie Inhalte sperren. Doch warum sollten die mächtigen Internet-Giganten das tun und sich so ihr Geschäftsmodell ruinieren? Derlei ist schon beim Netzwerküberprüfungsgesetz zum Kampf gegen Hass im Internet behauptet worden – und erwies sich als Panikmache. Es ist das Recht der Jugend, für ihre Interessen einzutreten. Irritierend aber ist die Selbstverständlichkeit, das eigene Anliegen absolut zu setzen und Rechte anderer zu ignorieren. Die im Internet etablierte Gratiskultur hat leider ein Missverständnis geboren: Nein, es gibt kein Menschenrecht, sich im Internet fremder Inhalte bemächtigen zu dürfen, seien es Musik, Texte oder Bilder.

Inhalte im Netz sind kein Allgemeingut und dürfen auch nicht dazu gemacht werden. Denn auch den beseeltesten Kreativen vergeht der Spaß an der Arbeit, wenn sie im Netz straffrei enteignet werden dürfen, während Google & Co. Milliarden scheffeln. Das sollten auch die zornigen jungen Blogger und Youtuber verstehen, ohne gleich auf Drama zu machen und das Ende der freien (Netz-)Welt auszurufen.

Sie erreichen den Autor unter Georg.Anastasiadis@merkur.de

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Erbitterter Kampf ums Internet - neues EU-Gesetz soll Künstler und Autoren schützen

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