Martin Prem.

VW-Abgasskandal noch nicht abgehakt

Kommentar zum VW-Abgasskandal: Düstere Perspektiven

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München - Die Zukunft des Autos ist elektrisch. Doch für Martin Prem aus der Wirtschaftsredaktion des Münchner Merkur sind die Voraussetzungen alles andere als optimal. Sein Kommentar.

Das erste volle Jahr nach dem Auffliegen des VW-Abgasskandals läuft ab. Diese Woche fielen wichtige Entscheidungen in den USA und in Deutschland. Sie machen die verbleibenden Risiken für VW überschaubar – mehr nicht. Vollends ungewiss ist, wie sich der Imageschaden für den weltgrößten Autokonzern langfristig auswirken wird.

In der Folge des Skandals haben sich die Perspektiven für die Autoindustrie grundlegend gewandelt. Der Verbrennungsmotor wird sich Stück für Stück verabschieden. Nur auf der Langstrecke und vor allem im Fernlastverkehr wird er noch für einige Jahrzehnte eine Rolle spielen – mangels Alternativen. Aus dem Stadtverkehr wird er bald verschwunden sein, auch weil kommende Abgasnormen ohne Tricksereien gar keinen anderen Ausweg lassen.

Die Zukunft des Autos ist elektrisch. Offen bleibt, welche Rolle Batterien und welche Wasserstoff-Brennstoffzellen als Stromlieferanten spielen werden. Für beides bräuchte man eine tragfähige Infrastruktur, von der in Deutschland kaum etwas zu sehen ist. Vom Leitmarkt für Elektromobilität, den die Politik großmäulig ausgerufen hatte, spricht heute keiner mehr. Halbwegs hinterherkommen wäre auch schon ein ehrgeiziges Etappenziel. Man müsste noch viel tun, um das zu schaffen. Düstere Perspektiven.

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