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Merkur-Redakteur Martin Prem.

Amerikaner Richard Thaler gewinnt

Kommentar zum Wirtschafts-Nobelpreis: Nicht immer nur vernünftig

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Wieder einmal ging der Wirtschafts-Nobelpreis an einen US-Amerikaner - eine gute Wahl. Ein Kommentar von Martin Prem.

Eines galt als fast sicher: Erneut wird ein US-Amerikaner den Wirtschafts-Nobelpreis bekommen. Dabei hätte es gestern um ein Haar statt oder neben Richard Thaler auch den in Zürich lehrenden Österreicher Ernst Fehr treffen können, der wie Thaler auf dem Gebiet der Verhaltensökonomie zu den weltweit führenden Köpfen gehört.

„Für gute Ökonomie musst Du im Kopf behalten, dass Menschen menschlich sind“, sagte Thaler nach der gestrigen Nachricht. Auch die Frage, was er denn mit dem Preisgeld machen werde, antwortete er im Hinblick auf seine Forschungen augenzwinkernd: „Ich werde versuchen, es so unvernünftig wie möglich auszugeben.“

Der Mensch als Wirtschaftsubjekt handelt nicht als homo oeconomicus, der stets die vernünftigste (sprich: ihm am meisten Nutzen bringende) Entscheidung trifft. Er wird von verschiedenen Impulsen geleitet. Diese Impulse sind grob das Fachgebiet des Professors aus Chicago. Wie zuletzt häufig wurde ein Forscher geehrt, der die hergebrachten Modelle der Ökonomie erweitern und ein wenig sprengen konnte. Es ist gut, das zu würdigen: Wirtschaftswissenschaften sind eben nicht nur der oft gepflegte Grabenkampf zwischen Staats- und Marktgläubigkeit, sondern eine Disziplin mit dem Ziel, die Lebensbedingungen von Menschen zu verbessern.

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