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Manuela Dollinger.

Mega-Fusion mit Praxair

Kommentar zur Linde-Fusion: Segen für die Mitarbeiter

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Der Gasespezialist Linde fusioniert mit dem US-Konkurrenten Praxair. Das könnte auch ein Segen für die Mitarbeiter werden. Ein Kommentar von Redakteurin Manuela Dollinger.

Nun also doch: Der Münchner Gasespezialist Linde fusioniert mit dem US-Konkurrenten Praxair zum weltgrößten Gasekonzern. Nachdem man sich im Herbst nicht einig wurde und der Deal im ersten Anlauf platzte, haben sich die Bosse noch mal zusammengesetzt. Noch steht zwar die Zustimmung von Aktionären und Kontrolleuren aus, die Detail-Verhandlungen dürften sich noch Monate hinziehen – doch die Eckpunkte stehen. Und auch wenn die Münchner so manch bittere Pille schlucken müssen – für die Mitarbeiter ist die Einigung kurz vor Weihnachten dennoch ein Segen.

Gewerkschaften und Betriebsräte haben nämlich für die rund 8000 Linde-Beschäftigten in Deutschland (mehr als 5000 davon arbeiten in Bayern) eine Beschäftigungsgarantie bis Ende 2021 ausgehandelt – die allerdings nur gilt, wenn es zur Fusion mit Praxair kommt. Auch der Stellenabbau, der nach dem Scheitern der Fusionsgespräche im Herbst angekündigt wurde, wird laut Betriebsvereinbarung entschärft, wenn es zum Zusammenschluss kommt. Nun, da die Fusion in greifbare Nähe rückt, sind die Jobs – zumindest vorerst – sicher.

Ein wenig wehmütig stimmt die angekündigte Fusion dennoch: Lange Jahre eilte der Münchner Dax-Konzern von Rekord zu Rekord. Innerhalb von zehn Jahren verzehnfachte sich der Börsenwert. Mit der Praxair-Fusion wird Linde wohl zu einer Holding mit Sitz im Ausland, geführt von einem US-Amerikaner. Vorbei die Zeiten des deutschen Vorzeigeunternehmens. Unter den gegebenen Umständen ist die Fusion aber dennoch der richtige Weg.

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