Kommt Reitzle nur, wenn Cromme geht?

Siemens: - München ­- Die Spekulationen um die künftige Zusammensetzung der Konzernspitze bei Siemens nehmen kein Ende. Der nach dem Korruptionsskandal zum neuen Aufsichtsratschef berufene Gerhard Cromme wolle dem Kontrollgremium eine Liste mit mindestens drei Kandidaten präsentieren, berichtet der "Spiegel". Neben zwei externen Top-Leuten solle möglichst auch ein Siemens-Manager in die engere Auswahl gelangen. In Frage käme eine im Ausland tätige Führungskraft, die in die aktuelle Bestechungs- und Schmiergeldaffäre nicht verstrickt ist.

Als Top-Favorit gelte bei Cromme nach wie vor Linde-Chef Wolfgang Reitzle. Allerdings müssten die Großaktionäre von Linde, die Allianz, die Commerzbank und die Deutsche Bank zuerst einen Nachfolger für Reitzle finden, bevor er zu Siemens wechseln könnte. Im Gespräch für den Siemens-Job sollen außerdem ABB-Chef Fred Kindle und Bosch-Chef Franz Fehrenbach sein, schreibt der "Spiegel" weiter. Reitzle habe sich unterdessen intern bereit erklärt, den Vorsitz des Siemens-Vorstandes zu übernehmen, berichtet der "Focus". Jedoch wolle er den Posten nicht unter Aufsichtsratschef Cromme antreten, sondern den Linde-Aufsichtsratschef Manfred Schneider mit an die Spitze des Siemens-Kontrollgremiums bringen. Als weiteren Kandidaten für den Chefposten des Elektrokonzerns nannte die "Wirtschaftswoche" den Chef des schwedischen Stromkonzerns Vattenfall, Lars Josefsson.

Nach dem Abgang von Siemens-Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer wartet laut "Wirtschaftswoche" der zweite wichtige Mann im Aufsichtsrat bei Siemens, Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, auf die nächste Gelegenheit, das Kontrollgremium des Unternehmens zu verlassen. "Ackermann wird wohl spätestens im Januar 2008 den Aufsichtsrat von Siemens verlassen", sagte ein nicht genanntes Mitglied des Kontrollgremiums der "Wirtschaftswoche". 

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