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Zyperns Präsident Dimitris Christofias

Kommt Zypern unter den Rettungsschirm?

Nikosia - Die Republik Zypern sucht nach Wegen, sein ins Wanken geratene Bankensystem zu stabilisieren. Die Regierung könnte in den nächsten Wochen einen Antrag auf Unterstützung in Brüssel stellen.

So hieß es am Montag aus Kreisen des Finanzministeriums. Dies sei jedoch „noch nicht beschlossen“. Es werde auch „nach anderen Lösungen gesucht“, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa weiter. Darunter sei ein Kredit aus einem Land außerhalb der EU. Staatspräsident Dimitris Christofias hatte bereits vergangene Woche nicht ausgeschlossen, dass Zypern unter den EFSF-Schirm schlüpfen könnte.

Die Inselrepublik hatte vergangenes Jahr einen Kredit aus Russland in Höhe von 2,5 Milliarden Euro mit viereinhalbjähriger Laufzeit zum Zinssatz von 4,5 Prozent erhalten. Mit einer Entscheidung, an wen sich die Regierung in Nikosia wenden könnte, werde erst nach den Wahlen in Griechenland am 17. Juni gerechnet, sagten Experten einer der größten zyprischen Banken der dpa.

EU-Kommission: Zypern braucht keine Finanzhilfen

Zypern braucht nach Einschätzung der EU-Kommission keine internationalen Finanzhilfen. „Wir sind zuversichtlich, dass Zypern die Herausforderungen überwinden kann“, sagte ein Sprecher der EU-Kommission am Montag in Brüssel.

Die EU-Behörde reagierte damit auf einen Bericht der britischen Tageszeitung „The Financial Times“ (FT). Das Blatt zitierte Zentralbankchef Panicos Demetriades, wonach für die zweitgrößte Bank des Landes, die Cyprus Popular Bank, bis Ende des Monates eine Finanzspritze von mindestens 1,8 Milliarden Euro gefunden werden müsse. „Je näher Sie an das Fristende kommen, desto unwahrscheinlicher wird es“, sagte der Notenbankchef laut „FT“.

Wie der Sprecher der Kommission weiter sagte, sei die Behörde in engem Kontakt mit Zypern, wie auch mit anderen Staaten. Bisher nehmen drei Eurostaaten - Griechenland, Portugal und Irland - internationale Finanzhilfen in Anspruch. Ob das von einer Bankenkrise erschütterte Spanien unter den Rettungsschirm muss, ist noch nicht klar.

Delikates Problem

Das Problem Zyperns ist hauptsächlich der Bankensektor. Er ist eng mit den griechischen Banken verwoben. Ein Großteil aller Forderungen des zyprischen Bankensektors entfällt auf griechische Schuldner. Im jüngsten Bericht des Internationalen Währungsfonds (IWF) hieß es, die Lage der Wirtschaft der Insel sei „verwundbar und beängstigend“. Delikat ist das Thema nicht zuletzt, weil Zypern zum 1. Juli turnusgemäß für sechs Monate die EU-Amtsgeschäfte übernimmt.

Präsident Christofias und seine Regierung hatten 2011 ein Sparprogramm eingeführt. Insgesamt sollen mehr als 600 Millionen Euro bis Ende 2012 gespart werden. Die Inselrepublik ist seit 2004 Mitglied der EU und war 2008 auch dem Euroland beigetreten. Zypern hat mit etwa 17,5 Milliarden Euro Wirtschaftsleistung eine der kleinsten Volkswirtschaften der Eurozone.

dpa

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