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Kommunen verdienen an Weihnachtsmärkten prächtig

- München - Weihnachtsmärkte sind nicht nur ein Ort der Besinnlichkeit, sondern vor allem auch ein Hort wirtschaftlicher Stabilität. Wer am dortigen Geschäft hauptsächlich verdient, ist umstritten. Es geht um Milliardensummen. Auf den 2500 heimischen Weihnachtsmärkten klingeln auch die Kassen.

"Die Märkte laufen derzeit sehr gut", sagt Christoph Jansen vom Deutschen Schaustellerbund. Dort sei die Kundschaft durchaus ausgabefreudig und nicht so zugeknöpft wie in den meisten anderen Konsumbereichen. Für Schausteller und Marktkaufleute seien die Veranstaltungen auf das Jahr gerechnet zur wesentlichen Einnahmequelle geworden. Das bestätigt eine Studie der zweiten Standesorganisation Bundesverband Deutscher Schausteller und Marktkaufleute (BSM).

Bundesweit werden demnach beim Budenzauber durch 160 Millionen Besuche von Kauflustigen gut 4,8 Milliarden Euro umgesetzt und zumindest in den vier Wochen vor Weihnachten 180 000 Arbeitsplätze geschaffen. Diese Zahlen sind seit Jahren relativ stabil, sagt BSM-Geschäftsführer Werner Hammerschmidt. Die Budenbesitzer profitierten von der Kauflaune mit dieses Jahr geschätzten 1,7 Milliarden Euro Umsatz allerdings nicht an erster Stelle. Denn gut drei Milliarden Euro würden als Nebeneffekt in die Kassen des örtlichen Einzelhandels, von Gaststätten oder Hotels fließen. Während die mobilen Kaufleute immer höhere Platzmieten zahlen müssten, würde der hauptsächliche Reibach von Nutznießern gemacht, die keine Unkosten tragen. Da jedem Marktstellplatz im Bundesschnitt 2,7 Anfragen gegenüberstehen, könne der Verdienst angesichts dieser Relation nicht so schlecht sein, argumentieren dagegen die Kommunen, die wegen ihrer leeren Kassen in den Weihnachtsmärkten eine willkommene Einnahmequelle sehen.

Die weihnachtlichen Buden seien für die zur wärmeren Jahreszeit bei Volksfesten engagierte Branche zu einem existenziellen Standbein geworden. Seit 2000 seien die Umsätze auf Rummelplätzen um fast die Hälfte auf noch zwei Milliarden Euro geschrumpft, sagt der Verbandsvertreter. Das habe 2004 in der Branche zu ersten sonst nie gekannten Pleiten geführt. "Im Sommer Autoscooter am Volksfest, im Winter Ausschankbetrieb am Weihnachtsmarkt", anders gehe es für viele nicht mehr. Den Rahm würden allerdings zunehmend die Kommunen durch "unverfrorene Gebührenerhöhungen" abschöpfen und so die Not der Marktkaufleute ausnutzen, wettert Jansen. Im Konkurrenzverband BSM sind bei großen Weihnachtsmärkten für vier Wochen Standmieten von 15 000 bis 20 000 Euro bekannt ohne Strom- oder Abfallkosten. Bei einem Durchschnittsumsatz je Marktbude von 25 400 Euro im Jahr 2001 gehen damit die Gewinne rechnerisch zum Teil gegen null.

Das mag ein Grund sein, warum Warentester bisweilen die Nase rümpfen vor allem über das kulinarische Angebot auf den Märkten. Da ist beim Glühwein vom Billigfusel aus Industriekanistern die Rede und anderen Verirrungen. "Einzelfälle", heißt es bei den Branchenverbänden dazu. Schlechte Qualität könne man sich bei überwiegender Stammkundschaft gar nicht leisten. Von teuer, hektisch und langweilig bis gemütlich und weihnachtlich schwankten die Urteile der Besucher. Keinesfalls gerechtfertigt seien Vorwürfe, wonach die Weihnachtsmärkte zu "Fress- und Saufveranstaltungen" verkommen, betont der BSM. Auf Basis der Budenzahl werden demnach zwar zu 58 Prozent überwiegend Geschenke und Weihnachtsartikel angeboten. Nur ein Fünftel seien Glühwein- und Imbissstände. Fragt man aber die Besucher, kommen sie zu knapp 58 Prozent wegen Bratwurst und Glühwein.

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