Kommunikation um jeden Preis: Kostenfallen beim Handy

- Handys gehören zur "Standard-Ausrüstung" von Jugendlichen. Dabei werden die kleinen Kommunikationsriesen längst nicht mehr nur zum Telefonieren genutzt: Ebenso surft man im Internet, hört Musik, macht und versendet Fotos oder verschickt Kurznachrichten (SMS). Vor allem Jugendlichen fällt es jedoch oft schwer, die Kosten für die im Einzelnen billig erscheinenden Angebote abzuschätzen.

<P>Am Monatsende kommt mit der Rechnung dann oft das böse Erwachen. Deshalb ist es ratsam, sich vor dem Abschluss eines Mobilfunkvertrages Gedanken über das eigene Nutzungsverhalten zu machen, empfiehlt Nadine Kleinert, Pressereferentin beim Mobilfunkanbieter "O2" in München. "Je nachdem, ob jemand mehr telefoniert oder mehr SMS schreibt, ob jemand das Handy eher am Wochenende oder zur Hauptgeschäftszeit nutzen möchte, gibt es passende Verträge."</P><P>Spezielle Tarife</P><P>Einige Netzbetreiber offerieren spezielle Tarife für Schüler, Azubis oder auch Studenten. Da lässt sich für junge Kommunikationswütige oft viel Taschengeld einsparen. </P><P>Aber auch die Frage, bei welchem Anbieter die meisten Freunde einen Vertrag haben, kann ausschlaggebend sein, weil Gespräche innerhalb eines Netzes günstiger sind. </P><P>Prepaid oder Vertrag?</P><P>Grundsätzlich muss der Handybenutzer sich zwischen einem Guthaben-Handy, der so genannten "Prepaid-Card", und einem Langzeitvertrag entscheiden.</P><P>Mit einem Guthaben-Handy kann man nur einen vorher bezahlten Betrag abtelefonieren. Der Nachteil dabei ist, dass der Käufer kein Handy subventioniert bekommt. "Das heißt, er muss sich zuerst ein Handy kaufen, und das kostet rund 100 Euro", sagt Alexander Krug von der Stuttgarter Telekommunikations-Zeitschrift "Connect". Außerdem seien die Gesprächskosten beim Laufzeitvertrag oft günstiger.</P><P>Kostenkontrolle</P><P>"Der große Vorteil einer Prepaid-Card ist der bessere Überblick über die Kosten. Da man vorher einen bestimmten Betrag bezahlt, den man dann zur Verfügung hat, kann man gar keine Schulden machen", erklärt Peter Knaak von der Stiftung Warentest in Berlin. Ist die Karte leer, kann der Handy-Benutzer nur noch angerufen werden. Es ist ihm unmöglich, über seine finanziellen Verhältnisse zu telefonieren.</P><P>Knaak rät Jugendlichen deshalb zur Nutzung dieser Guthaben-Karten: "Das ist einfach sicherer." </P><P>Missbrauchs-Gefahr</P><P>Knaak hat zwar Verständnis dafür, dass Handys unter Jugendlichen als Statussymbol dienen und daher die neuesten am begehrtesten sind, die es eben nur mit einem Langzeitvertrag gibt. Doch empfiehlt er hier Bescheidenheit: "Schlichte Handys werden nicht so schnell geklaut. Und gerade mit einem Vertrags-Handy kann bei einem Diebstahl großer Schaden entstehen."<BR>Denn der Dieb kann nach Herzenslust telefonieren, bezahlen muss ja der rechtmäßige Besitzer. Deshalb sei es auch wichtig, ein geklautes Handy sofort sperren zu lassen. "Es nützt natürlich nichts, die Telefonnummer hierfür nur im Handy selbst zu speichern." </P><P>Kostenfallen</P><P>Beim Umgang mit dem Handy locken laut Peter Knaak viele Kosten-Fallen, die einen bewussten Umgang der Jugendlichen fordern: "Eine SMS kostet rund 19 Cent. Das hört sich zwar wenig an, aber Kleinvieh macht auch Mist." </P><P>Bedeutend teurer seien die so genannten Premium-SMS, die für irgendein Quiz verschickt werden. Das gelte auch für MMS, mit denen man neben Nachrichten auch Bilder oder Töne verschickt.</P><P>Teures Klingeln</P><P>Das Herunterladen von Klingeltönen oder Logos ist ebenfalls oft ein teurer Spaß, wie Alexander Krug von "Connect" weiß. "Das muss nicht immer Abzocke sein, aber es gibt viele schwarze Schafe unter den Anbietern. Einige geben die wahren Kosten nur ungenau an."</P><P><BR> </P>

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