Kompromiss bei Opel: Jetzt hängt alles an Detroit

- Rüsselsheim - Beim Einsparprogramm von Opel zeichnet sich ein Kompromiss mit der Belegschaft ab. Mit Hilfe einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft sowie Abfindungen sollen betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden, sagte Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz. Der Verwaltungsrat des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) berät morgen in Detroit über die Vorschläge. Am Donnerstag will der Betriebsrat die Mitarbeiter informieren.

<P class=MsoNormal>Entscheidend wird sein, ob GM sein Sparziel von 500 Millionen Euro damit erreichen kann. Nach einer Meldung der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" kostet der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen den amerikanischen Mutterkonzern bis zu eine Milliarde Euro. Diese Berechnungen wollte Franz nicht kommentieren. Er ließ auch offen, was passieren werde, falls GM die Zustimmung verweigert.</P><P class=MsoNormal>Gelingt der Kompromiss, werde die Auffanggesellschaft noch in diesem Jahr gegründet. Über die Zahl der Betroffenen machte Franz keine Angaben. Die "Automobilwoche" spricht von 7500 Beschäftigten, die für Umschulungsmaßnahmen bis zu zwei Jahre lang rund 95 Prozent ihres Lohns erhalten sollen. GM ist demnach auch bereit, eine Bestandssicherung bis 2010 zu geben. Voraussetzung sei, dass der Betriebsrat Zugeständnisse bei den Löhnen mache, die derzeit 15 Prozent über den Tarifen der Metallindustrie lägen. Anschließend könnte Opel Teilbereiche wie die Lagerhaltung in Bochum oder das Komponentenwerk in Kaiserslautern verkaufen. Bereits im Frühjahr werde die Auftragsvergabe klären, ob die nächsten Generationen des Opel Vectra und Saab 9-3 in Rüsselsheim oder im schwedischen Trollhättan montiert werden.</P><P class=MsoNormal>Franz hofft auf eine schnelle Einigung, da die Beschäftigten im Fall einer späteren Arbeitslosigkeit noch nicht die Nachteile von Hartz IV in Kauf nehmen müssten. Wenn die Teillösung unter Dach und Fach sei, würden die Gespräche weitergeführt. Zu den weiteren Themen zählten Partnerschaften mit Zulieferern, um Arbeitsplätze zu retten, sowie die Modellplanung für die deutschen Werke Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern. Die Atmosphäre in den Verhandlungen bezeichnete Franz als "unglaublich angespannt und sehr konzentriert". </P><P class=MsoNormal>GM will in Europa bis zu 12 000 Stellen abbauen, davon 10 000 bei Opel. Entscheidender als die genaue Kopfzahl ist nach Angaben des Konzerns jedoch die Einsparsumme von 500 Millionen Euro pro Jahr.</P>

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