Kompromissloser Verhandlungsführer

- Hartmut Möllring galt in der niedersächsischen Landespolitik schon immer als geradlinig und durchsetzungsfähig. Nicht nur in Gewerkschaftskreisen gilt er seit neuestem auch als völlig kompromisslos. Denn Möllring führt als Vorsitzender der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern im Tarifstreit des öffentlichen Diensts und zeigt bislang wenig Bereitschaft, deren Forderungen auch nur einen Fußbreit entgegenzukommen.

Kritiker geben ihm deswegen die Schuld, dass die Tarifgespräche erneut ergebnislos abgebrochen wurden. Der 54 Jahre alte Jurist amtiert seit 2003 als CDU-Finanzminister in Niedersachsen. Hinter vorgehaltener Hand wird er als "harter Hund" bezeichnet. Nicht von ungefähr: Trotz heftiger Proteste hat er in Hannover einen Sparkurs mit Millionen-Kürzungen durchgefochten. Schon 2003 hatte Möllring längere Arbeitszeiten im öffentlichen Dienst verlangt - eine Forderung, die er in diesen Tagen mehrmals täglich wiederholt, wie auch die nach Öffnungsklauseln für Weihnachts- und Urlaubsgeld.

Vor allem Gewerkschaften und SPD-Politiker werfen Möllring vor, es mit der harten Haltung zu übertreiben. Er sei gar nicht an einem Kompromiss interessiert, wirft ihm etwa der TdL-Vize Ralf Stegner (SPD) vor. Stattdessen gebe er sich betont gleichgültig, heißt es. So habe sich Möllring bei den Tarifgesprächen keinerlei Notizen gemacht, obwohl die Materie höchst kompliziert sei, berichten Teilnehmer. Möllring verweist dagegen auf seine Aufgabe als TdL-Chef, die Position der Länder-Mehrheit zu vertreten.

Hartmut Möllring ist seit 1972 Mitglied der Jungen Union und der CDU. Außerdem ist er Vorsitzender des niedersächsischen CDU-Bezirks Hildesheim. Seine Frau Eva, mit der er drei Kinder hat, ist als Vorsitzende der niedersächsischen Frauen-Union ebenfalls politisch engagiert.

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