Konjunktur brummt - Container werden knapp

Berlin - Der Bundesverband Groß- und Außenhandel (BGA) hat eine “kolossale Belebung“ beim Container-Umschlag in den deutschen See- und Binnenhäfen ausgemacht.

Das Volumen sei in den ersten Monaten des Jahres um rund 30 Prozent gestiegen und erreiche fast wieder das Rekordniveau des Jahres 2008, sagte BGA-Vorstandmitglied Gerhard Riemann am Donnerstag in Berlin. “Nur die Preise stimmen noch nicht, die dackeln hinterher. Aber die werden wieder zurückkommen.“ Jetzt würden sogar Container knapp.

Gefahr, dass sich die Wirtschaft überhitzt

Die Gefahr eines Doppel-Tiefs der Konjunktur sehe er nicht, fügte Riemann an. Eine Abflachung im zweiten Halbjahr sei nicht erkennbar. Die deutschen Autohersteller strebten auf Rekord-Verkaufszahlen zu, was wiederum den Stahlverbrauch nach oben treibe. Er sehe eher die Gefahr, dass sich die Wirtschaft überhitze, sagte Riemann, der im Hauptberuf in Duisburg Chef der deutschen Tochter der südafrikanischen Firma Imperial Logistics International ist.

Frachtraum-Verknappung als neues Problem

Mittlerweile sei “Frachtraum-Verknappung“ bei Straßengütern wieder ein Thema, fügte Riemann an. Es gebe zuwenig Lkw-Fahrer. Riemann forderte daher den Ausbau der Hinterland-Verbindungen der Häfen sowie die Einführung von “EuroCombis“; das sind überlange Lastwagen (“Gigaliner“), die teilweise bis zu 60 Tonnen befördern können. Es gebe kein Argument gegen diese Lastwagen, die 25,25 Meter lang sind und damit fast 7 Meter länger als normale LKW, die nur 40 Tonnen transportieren können.

Da viele Ladungen Volumen-Transporte seien, sei es nicht unbedingt erforderlich, dass die Langlaster für 60 Tonnen zugelassen würden. Davon verspreche er sich eine Entlastung der Autobahnen vom LKW-Verkehr. Riemann sprach sich bei der Lkw-Maut gegen jede Erhöhung oder eine Ausweitung auf Bundesstraßen aus. Die Erhöhung zum 1. Januar 2009 haben bereits einige Spediteure in die Insolvenz gezwungen.

Maßnahmen gegen Rohstoff-Spekulanten gefordert

Außerdem verlangte Riemann regulatorische Maßnahmen gegen Finanz-Spekulanten auf den Rohstoffmärkten. Deren zunehmender Einfluss mache ihm “riesengroße Sorgen“. Nach dem Rohöl hätten sie sich nun des Getreides angenommen. Dabei würden sie Schiffe mit ihrer Ladung vor den Häfen zurückhalten, um an Land ein Steigen der Preise auszulösen. Das sei ihm bekannt anhand der Schiffslisten, in die er Einblick habe. Zukünftig würden auch Erze und Kohle von dieser “Preistreiberei“ betroffen.

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