Konjunktur: Experten rechnen mit anhaltender Flaute in Deutschland

München - Die Abschwächung der Weltwirtschaft drückt nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" zunehmend auf die deutschen Exporte. Der Exportklima-Index, den das Münchner ifo Institut für Wirtschaftsforschung regelmäßig im Auftrag des Magazins ermittelt, sei im Mai um 1,09 Punkte gesunken und damit auf den niedrigsten Wert seit Ende 2001, hieß es in dem Bericht.

Für den Rückgang sei laut ifo Institut das deutlich eingetrübte Konsum- und Geschäftsklima in den wichtigsten europäischen Handelspartnerländern verantwortlich. Die Auslandsbestellungen bei der deutschen Industrie hätten im April real um 3,8 Prozent gegenüber dem Vormonat abgenommen. Entsprechend seien die Exporterwartungen der vom ifo Institut befragten Unternehmen von 14,2 Punkten im April auf 12,3 Punkte im Mai zurückgegangen.

Vor diesem Hintergrund geht die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro davon aus, dass sich die Konjunkturabschwächung in Deutschland im nächsten Jahr fortsetzt. Nach dem nochmals starken Auftakt zum Jahresbeginn sei für den weiteren Verlauf dieses und des nächsten Jahres ein "deutlich langsameres Tempo" zu erwarten. "Eine rasche Aufwärtsbewegung, wie manche Experten sie schon für 2009 wieder erwarten, halte ich für unwahrscheinlich", sagte Weder di Mauro dem Magazin. Die Schwächephase dürfte länger andauern. Dabei sei bedauerlich, dass die Bundesregierung die Wirtschaft nicht durch Reformen stütze oder ankurbele. Von grundlegenden Reformen sei wenig zu erkennen. "Wir müssen schon froh sein, wenn es keine Rückschritte gibt und wir das Erreichte nicht verspielen", erklärte Weder di Mauro.

Die bayerische Metall- und Elektroindustrie rechnet mit einer Konjunkturabkühlung und mahnt angesichts der bevorstehenden Tarifverhandlungen im Herbst zur Mäßigung. Derzeit laufe es im Großen und Ganzen zwar noch gut, erste Anzeichen einer Abschwächung seien aber unverkennbar, teilten der Bayerische Unternehmensverband Metall und Elektro (BayME) sowie der Verband der Bayerischen Metall- und Elektro-Industrie (VBM) der dpa mit. Daher müsse die besonnene Tarifpolitik der vergangenen Jahre fortgesetzt werden, forderten die Verbände. In der Branche stehen in diesem Herbst Tarifgespräche an. Der aktuelle Tarifvertrag läuft zum 31. Oktober. 

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