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Konjunktur verliert an Dynamik

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- München - In der deutschen Wirtschaft macht sich statt Frühlingsgefühlen eine unerwartete Frühjahrsmüdigkeit breit. Denn entgegen den Erwartungen von Experten ist der Ifo-Geschäftsklimaindex im März deutlich von im Vormonat 95,4 auf 94,0 Punkte und damit den tiefsten Stand seit eineinhalb Jahren zurückgegangen. "Leider verdichten sich die Anzeichen für eine Verringerung der konjunkturellen Dynamik", kommentierte der Präsident des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, den zweiten Rückgang in Folge. Bei dreimaligem Absacken des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers geht Ifo in der Regel von einer grundsätzlichen Wende zum Schlechteren aus.

Im März hätten die 7000 befragten Firmen sowohl ihre Lage als auch die Aussichten für die nächsten sechs Monate negativer eingeschätzt, erklärte Sinn. Bei der Lagebeurteilung sei das bereits der dritte Rückgang in Folge. Insbesonders der erhoffte Nachfrageaufschwung für Investitionsgüter komme nicht in Gang. Vor allem im Einzelhandel trübe die Stimmung ein, während die Industrie unverdrossen auf Exporte setze. Andere Wirtschaftsexperten reagierten auf das trübe Stimmungssignal aus der Wirtschaft gespalten. "Der Rückgang ist kein Beinbruch und schon gar nicht der Sargnagel des Aufschwungs", meinte Andreas Rees von der HypoVereinsbank. Er verwies auf andere Frühindikatoren, die sich zuletzt klar verbessert hätten. Konjunkturexperten der Bayerischen Landesbank sehen den Ifo-Index dagegen als Signal für ein Abflauen der ohnehin mageren Wirtschaftsdynamik zur Jahresmitte 2005. Börsianer machen für die negative Überraschung durch Ifo hohe Ölpreise, den starken Euro und eine weiterhin fehlende Binnennachfrage verantwortlich.

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