Gute Stimmung in den Unternehmen

Konjunkturdaten bremsen Dax-Talfahrt

Frankfurt/Main - Die Lage an den Aktienmärkten bleibt angespannt. Angesichts von Sorgen insbesondere um die chinesische Konjunktur hat der Dax in dieser Woche kräftig verloren. Der befürchtete große Einbruch am Freitag blieb aber aus.

Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag seine Talfahrt mit angezogener Handbremse fortgesetzt. Dank unerwartet guter Konjunkturdaten aus Deutschland machte der Dax einen Großteil seiner Verluste aus dem frühen Handel wett und gab zuletzt nur noch um 0,41 Prozent auf 10 389,71 Punkte nach. Zu Beginn war er - beeinflusst von der schlechten Stimmung in der chinesischen Industrie - noch um mehr als 2 Prozent gefallen. Die Einkaufsmanagerindizes für August, die die Stimmung in den Unternehmen widerspiegeln, hatten dann aber positiv überrascht. Auf Wochensicht deutet sich damit beim deutschen Leitindex ein Minus von rund fünfeinhalb Prozent an.

Insgesamt jedoch leidet der Aktienmarkt immer noch unter den globalen Konjunktursorgen. Dies zeigt auch ein Blick auf die Werte aus der zweiten Reihe: So fiel der MDax der mittelgroßen Werte um 0,38 Prozent auf 19 807,33 Punkte, und der Technologiewerte-Index TecDax büßte sogar 2,08 Prozent auf 1650,57 Punkte ein. Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab es einen Abschlag von 0,32 Prozent.

Verstärkt wurden die Sorgen um die Weltwirtschaft am Freitag durch Daten zur Stimmung in der chinesischen Industrie, die im August auf den tiefsten Stand seit März 2009 fiel. Probleme bereiten den Unternehmen neben steigenden Lohnkosten auch die schwächelnde Nachfrage aus dem Ausland nach chinesischen Waren.

Die Reaktionen der Börsen in Übersee waren entsprechend negativ: Der Nikkei-225-Index in Tokio verlor knapp 3 Prozent, der Leitindex in Shanghai sogar mehr als 4 Prozent. Bereits am Donnerstag hatten die wichtigsten US-Aktienindizes mehr als 2 Prozent im Minus geschlossen.

Analyst Markus Huber vom Handelshaus Peregrine & Black schrieb, die chinesische Konjunktur befinde sich in der Mitte einer moderaten Abschwächung. Da jedoch für die Wirtschaft des riesigen Landes weiterhin ein Wachstum von etwa 6,6 Prozent erwartet werde, rechtfertigten die eingetrübten Perspektiven nicht notwendigerweise das Ausmaß der Kursverluste an den weltweiten Aktienmärkten.

Unter den Einzelwerten hierzulande notierten fast alle Dax-Werte im Minus. Mit einem Plus von 0,50 Prozent stemmten sich vor allem die Aktien von Adidas gegen den negativen Markttrend, nachdem die US-Investmentbank Goldman Sachs ihre Verkaufsempfehlung für die Papiere des Sportartikelherstellers gestrichen hatte. Am Dax-Ende hingegen büßten die Anteilsscheine der Lufthansa 2,74 Prozent ein. Hier hatte Goldman Sachs zum Verkauf geraten.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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