Konjunkturerwartungen der Finanzprofis fallen drastisch

Mannheim - Die mittelfristigen Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren sind im Juni überraschend stark gesunken.

Die Griechenlandkrise und die schwache US-Konjunktur drohen den Höhenflug der deutschen Wirtschaft zu bremsen. Die ZEW-Konjunkturerwartungen sanken im Juni unerwartet deutlich um 12,1 Punkte auf minus 9,0 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Es ist der niedrigste Stand seit Januar 2009. Beobachter hatten lediglich mit einem Rückgang um 3,1 Punkte gerechnet. Der Index liegt mittlerweile deutlich unter seinem historischen Mittelwert von 26,3 Punkten. Auch die aktuelle Wirtschaftslage schätzten Analysten und institutionelle Anleger schlechter ein als noch im Mai. Der entsprechende Index fiel von seinem Rekordwert von 91,5 Punkten auf 87,6 Punkte. “Die Schwierigkeiten im Euroraum und die befürchtete Konjunkturabschwächung in den USA schlagen den Finanzmarktexperten offenbar aufs Gemüt. Außerdem mehren sich nach Auffassung der Finanzmarktexperten offenbar die Anzeichen, dass sich der Höhenflug der deutschen Wirtschaft in den nächsten Monaten abschwächen könnte“, erklärte ZEW-Präsident Wolfgang Franz.

Grund zur Sorge besteht nach Einschätzung von Volkswirten allerdings nicht. “Zwar sind die besten Zeiten für die deutsche Wirtschaft vorbei, aber das konjunkturelle Umfeld bleibt im historischen Vergleich eindeutig überdurchschnittlich“, erklärten Konjunkturexperten der Commerzbank.

Ähnlich war das Bild für die Eurozone. Die Konjunkturerwartungen sanken im Juni um 19,5 Punkte im Vergleich zum Vormonat und liegen nun bei minus 5,9 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage verschlechtert sich um 9,8 Punkte auf 3,8 Punkte.

dpa/dapd

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