Konjunkturprognose für 2012 noch in Arbeit

Berlin - Wird auch die Bundesregierung ihre Konjunkturprognose für 2012 nach unten korrigieren? Ja, berichtet der Focus. Noch gar nicht beschlossen, heißt es aus dem Wirtschaftsministerium.

Einem Focus-Bericht zufolge wird die Bundesregierung wie zuvor bereits die Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Konjunkturprognose für 2012 senken. Der Bericht wurde am Montag vom Bundeswirtschaftsministerium allerdings zurückgewiesen. Die neue Wachstumsprognose werde derzeit noch erarbeitet, sagte eine Sprecherin. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) werde sie im Januar zusammen mit dem dann anstehenden Jahreswirtschaftsbericht vorstellen.

Aktuell sagt die schwarz-gelbe Koalition für 2012 ein Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent vorher. Im Januar werde ein niedrigerer Wert präsentiert, berichtet der Focus in seiner neuen Ausgabe.

In den vergangenen Wochen hatten die führenden Forschungsinstitute durch die Bank ihre Vorhersagen gesenkt - sie bewegen sich zumeist in einem Korridor von 0,5 bis 0,8 Prozent. Begründet wurde das geringere Wirtschaftswachstum - für 2011 werden 3,0 Prozent erwartet - mit der Schuldenkrise und der Abkühlung der weltweiten Konjunktur, die Deutschland als Exportnation besonders treffen würde.

Dem zunehmenden Konjunktur-Pessimismus widersprach im “Focus“ der Aufsichtsratschef der Strategieberatung Roland Berger, Burkhard Schwenker. Schwenker erwartet für 2012 in Deutschland ein Wirtschaftswachstum von drei Prozent. “Das ist ambitioniert, aber durchaus machbar“, sagte Schwenker dem Blatt. Der ausgesprochen gute Arbeitsmarkt stütze in Deutschland den Konsum. Europa sei auf dem Weg zu einer schlagkräftigen Finanz- und Wirtschaftseinheit. Die USA dürften im Jahr des Präsidentschaftswahlkampfs merklich anziehen, so Schwenker. In China, Indien, Russland und Brasilien werde die Konjunktur halten und Deutschland beflügeln.

“Eine Volkswirtschaft ist nur so stark wie ihre Unternehmen“, sagte Schwenker. “Unsere Firmen sind stark wie nie, technologisch gut, gut geführt und können international sehr flexibel agieren.“

dpa

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