Konkurrenz für Investment-Fonds: Zertifikate stehen hoch im Kurs

- München - Zertifikate werden immer beliebter. Das jährliche Emissionsvolumen beträgt derzeit rund 20 Milliarden Euro, die Zahl der Kunden liegt bei einer halben Million. Und damit dürfte das Marktpotenzial keineswegs ausgeschöpft sein. Die Experten der HypoVereinsbank erwarten in den nächsten fünf Jahren einen Anstieg des Emissionsvolumens auf 40 Milliarden Euro, die Kundenzahl dürfte bis dahin auf drei Millionen ansteigen.

<P>Zwar liegen Zertifikate in der Anlegergunst damit weit hinter der Fondsbranche zurück. Doch der Trend ist eindeutig. So wurden seit Anfang 2003 fast 3,7 Milliarden Euro allein aus Aktienfonds abgezogen. Verantwortlich dafür dürften auch hohe Gebühren und schlechte Ergebnisse sein. Nur wenigen Managern von Aktienfonds gelang es auf Sicht von fünf Jahren, ein positives Ergebnis zu erzielen. Von den rund 100 am Markt befindlichen Fonds dieser Kategorie gelang es nicht einmal der Hälfte, besser abzuschneiden als der deutsche Aktienindex Dax.</P><P>Ein Ergebnis, das Heiko Nitzsche, Fondsexperte von S & P, wenig überrascht. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es in vielen Fondskategorien nur zwischen zehn und 15 Prozent der Fonds gelingt, die Benchmark oder ihr gesetztes Ziel langfristig klar zu schlagen."</P><P>Dem stehen Gebühren gegenüber. Nach Angaben der Londoner Fondsanalyse-Firma Fitzrovia lag die durchschnittliche jährliche Gesamtkostenquote der in Deutschland vertriebenen Fonds im Jahr 2003 bei rund 1,8 Prozent. Dazu kommt der Ausgabeaufschlag, der in der Regel zwischen vier und fünf Prozent liegt. Dass Zertifikate zunehmend an Beliebtheit gewinnen, ist für die Experten der HVB kaum überraschend. "Zertifikate sind einfache und transparente Produkte, mit einer klaren Renditebotschaft", so Susann Cudok aus der Zertifikate-Abteilung der HVB.</P><P>Eine Aussage, die allerdings nicht unumstritten ist. So gibt es durchaus Zertifikate, die kompliziert gestaltet und für Anleger schwer zu durchschauen sind. Zudem können nach Berechnungen des Bundesverbandes der Investmentgesellschaftn, je nach Zertifikatetyp, zusätzlich versteckte Kosten anfallen. Neben Managementgebühren können entgangene Dividendenzahlungen, Spesen beim Kauf und Verkauf eines Zertifikats und vom fairen Wert abweichende Kurse, die von den Emittenten und nicht durch Angebot und Nachfrage zustande kommen, anfallen. Doch nicht alle Zertifikate sind schwer durchschaubar. </P><P>Zu den einfachsten und transparentesten Produkten zählen so genannte Indexzertifikate. Bei diesen Papieren wird einfach der zugrunde liegende Index, zum Beispiel der Dax, exakt nachgebildet. Aufgrund dieser Ausgestaltung fallen hier auch keine Managementgebühren an. Der Preis dieser Produkte folgt in der Regel eins zu eins dem zugrunde liegenden Index, sodass auch der Kurs eines Zertifikats leicht nachvollzogen werden kann. Dieser Zertifikatetyp ist damit eine echte Alternative, insbesondere zu Fonds, die sich selbst eng an einem Index orientieren.</P><P>Ein weiteres interessantes Produkt sind Discountzertifikate, bei denen der Anleger den Basiswert, dieser kann ein Index oder auch eine einzelne Aktie sein, mit einem Abschlag erwirbt. Fällt der Kurs des zugrunde liegenden Wertes, so hat der Anleger einen Risikopuffer. Als Ausgleich für diesen Abschlag sind aber auch die Gewinnmöglichkeiten begrenzt.<BR></P>

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