"Konkursreifes Unternehmen stark gemacht"

- München - Der Pilot Hans Rudolf Wöhrl wirbelt schon seit Jahren die Luftverkehrs-Branche kräftig durcheinander. Als der heute 58-Jährige im Jahr 2003 für einen symbolischen Euro die Deutsche BA (heute dba) übernahm, trauten ihm nur wenige die Sanierung zu.

Nun konnte der geschäftstüchtige Franke nach der Übernahme in einem Brief an die Mitarbeiter Bilanz ziehen: "Wir haben in drei Jahren aus einem konkursreifen ein gesundes, starkes Luftfahrtunternehmen gemacht." "Die dba passt perfekt in die Organisationsform von Air Berlin", schrieb er weiter. In den vergangenen Jahren war Wöhrl immer wieder für Überraschungen gut. Zunächst verkündete er eine Partnerschaft mit dem Konkurrenten Gexx, der inzwischen verstorbene Germania-Chef Hinrich Bischoff hatte zeitweise sogar die Mehrheit an der dba.

Doch das Bündnis von Bischoff und Wöhrl zerbrach, die Gexx-Strecken behielt die dba aber. Im vergangenen Herbst gaben dann Air Berlin und dba eine erste Zusammenarbeit bei den Buchungen bekannt. Schon kurz darauf deutete Wöhrl an, wohin die Reise gehen könnte: Ein Einstieg von Air Berlin bei der dba sei "aktuell noch nicht geplant". Im Februar 2006 übernahm Wöhrl dann mit seiner privaten Beteiligungsgesellschaft Intro auch noch die Mehrheit an der LTU. An diesem Engagement wird er erst einmal auch nach dem dba-Verkauf festhalten.

Die Fliegerei war schon immer Wöhrls große Leidenschaft. Mit 18 Jahren machte er den Pilotenschein. Nach einer Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann entschied er sich 1970 dennoch, gemeinsam mit seinem Bruder Gerhard das Modehaus Wöhrl von seinen Eltern in Nürnberg zu übernehmen. Die Fliegerei blieb dennoch immer Thema für ihn. Schon 1974 hatte Wöhrl die regionale Fluggesellschaft Nürnberger Flugdienst gegründet, für die er auch regelmäßig selbst flog. Als die NFD 1992 mit einer Fluggesellschaft aus Düsseldorf zu Eurowings verschmolz, verkaufte Wöhrl seine Anteile und widmete sich in seiner Freizeit der Fliegerei.

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