GfK: Konsumklima verbessert, aber Konjunktur-Pessimismus wächst

Nürnberg - Zwar hat sich das Konsumklima in Deutschland zum Jahresende leicht verbessert, aber die Verbraucher sind hinsichtlich der Konjunkturaussichten so pessimistisch wie lange nicht mehr.

Dieses Fazit zog die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag in Nürnberg aus ihrer jüngsten Untersuchung. Der Indikator, der die Konjunkturerwartungen erfasst, sank nach GfK- Angaben auf den niedrigsten Wert seit Beginn der gesamtdeutschen Erhebungen 1991. Die Rezessionsängste seien inzwischen Realität.

Das Konsumklima könne zum Jahresende auf niedrigem Niveau aber noch einmal zulegen, lauteten die Erkenntnisse der Konsumforscher. Sowohl steigende Einkommensaussichten als auch eine verbesserte Anschaffungsneigung trügen dazu bei.

Zum vergleichsweise stabilen Konsumklima habe die weiterhin niedrige Arbeitslosigkeit ebenso beigetragen wie die gesunkene Inflationsrate.

Zuletzt hätten fallende Preise für Heizöl und Benzin dafür gesorgt, dass die Einkommensaussichten etwas optimistischer beurteilt werden, berichteten die Konsumforscher. Auch die Tarifabschlüsse in der Metall- und Elektroindustrie seien für den vierten Anstieg der Verbraucherstimmung in Folge mit verantwortlich.

"Damit konnte sich das Konsumklima zum Jahresende noch erfolgreich gegen die wachsenden Rezessionstendenzen behaupten", teilte die GfK mit. Der Indikator stieg von 1,9 auf 2,2 Punkte.

Allerdings blicken die Bundesbürger der GfK-Untersuchung zufolge düster in die Zukunft. Produktionsstopps in der Automobilindustrie dürften die Angst vieler Beschäftigter vor einem Jobverlust weiter schüren, hieß es.

Erst am Montag hatte das Münchner ifo Institut über eine weitere Verschlechterung der Stimmung in der deutschen Wirtschaft berichtet. Der ifo-Geschäftsklimaindex sank im Zuge der weltweiten Finanzkrise im November zum sechsten Mal in Folge von 90,2 Punkten im Vormonat auf 85,8 Punkte. Damit ist die Stimmung in der deutschen Wirtschaft so schlecht wie seit 15 Jahren nicht mehr. In einer Umfrage des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) rechnete ein Drittel der Unternehmen für das kommende Jahr mit Stellenabbau.

dpa

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