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Lichtblick: Die Ausgaben für Tabakwaren gingen seit 2000 um 34 Prozent zurück.

Und da knausern wir...

Dafür geben wir Deutschen am meisten  Geld aus

München - Die Konsumausgaben in Deutschland steigen. Nun zeigt ein internationaler Vergleich: Essen, Kleidung, Autos oder Freizeit - wer gibt wofür sein Geld aus?

In Deutschland geben die Menschen immer mehr Geld für Miete und Wohnnebenkosten aus. Laut dem Statistischen Bundesamt flossen 2012 rund ein Viertel der privaten Konsumausgaben ins Wohnen. Seit 2000 sind die Ausgaben preisbereinigt – also bereinigt um die Teuerungsrate – um 9,4 Prozent gestiegen. Allerdings zeigt ein internationaler Vergleich, dass in den meisten Ländern ein großer Teil der Konsumausgaben fürs Wohnen ausgegeben wird. Der Schnitt in der EU liegt bei 23,6 Prozent, Spitzenreiter war im vergangenen Jahr Dänemark mit 29,1 Prozent – Schlusslicht Malta mit 13,2 Prozent.

Sparen an den Lebensmitteln

Insgesamt haben die privaten Konsumausgaben in Deutschland in den vergangenen zwölf Jahren preisbereinigt um 7,2 Prozent zugelegt. 2012 gaben die Deutschen 1,52 Billionen Euro aus – 91,3 Prozent der verfügbaren Einkommen. Kräftig erhöhten die Verbraucher seit der Jahrhundertwende ihre Ausgaben für Freizeit, Unterhaltung und Kultur (plus 19,2 Prozent).

Um lediglich 2,3 Prozent stiegen dagegen die Ausgaben für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke. Mit einem Anteil von 11,5 Prozent liegt Deutschland hier aktuell unter dem EU-Durchschnitt (12,9). Italiener oder Franzosen investieren weit mehr in Essen und Trinken. Einziger Lichtblick: Die Ausgaben für Tabakwaren sind um 34 Prozent gesunken.

„Das Thema Ernährung, Essen und Kochen hat in Deutschland einen geringeren Stellenwert als in südlichen Ländern“, sagt Wolfgang Adelwarth, Lebensmittelexperte bei der Gesellschaft für Konsumgüterforschung (GfK). Nur warum legen die Deutschen weniger Wert auf gutes Essen als andere? Laut Adelwarth hat das verschiedene Gründe. Zum einen spricht er kulturelle Unterschiede an. „In Spanien oder Italien wird traditionell auch mittags gekocht, wir gehen in die Kantine.“ Ein weiterer Grund sei die Handelsstruktur. „Deutschland ist Discount-Weltmeister. Die Lebensmittel sind unvergleichlich billig – und es findet ein extremer Wettbewerb über den Preis statt.“

Allerdings beobachten Adelwarth und seine Kollegen hier seit einigen Jahren ein Umdenken. „Die Qualitätsorientierung steigt. Das zeigt sich auch daran, dass Discounter Premium- und Bioprodukte anbieten“, erläutert er. Beim Stellenwert von Ernährung liege Deutschland allerdings noch weit hinten. „In Deutschland wird immer noch beim Essen geknapst und mit dem Auto geprotzt.“

Hohe Ausgaben für den Autokauf

Das zeigt auch der internationale Vergleich. Die Deutschen geben überdurchschnittlich viel für ihre Autos aus – fünf Prozent der Konsumausgaben allein für den Autokauf. Auch andere Posten haben zugelegt: Für Hotel- und Gaststättenbesuche gaben die Deutschen 2012 knapp zehn Prozent mehr aus als 2000. Für Bekleidung und Schuhe flossen dagegen 3,88 Prozent weniger Geld, auch bei Möbeln und Haushaltsgeräten sparten die Deutschen (minus 9,2 Prozent).

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Auffällig ist, dass die Ausgaben für die Gesundheitspflege in Deutschland in den vergangenen Jahren stark angestiegen sind (plus 36,3 Prozent). Am stärksten gingen hier mit plus 59,2 Prozent die Ausgaben für ambulante Pflege nach oben. Insgesamt flossen 2012 4,8 Prozent der Ausgaben in die Gesundheitspflege. Der EU-Durchschnitt liegt bei 3,6 Prozent. Im internationalen Vergleich ist der deutsche Wert also relativ hoch – und er wird vor dem Hintergrund des demographischen Wandels weiter steigen.

Manuela Dollinger

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