Konsumklima deutlich eingetrübt

Nürnberg - Die Finanzmarktturbulenzen und kräftige Preiserhöhungen bei Milchprodukten haben die Stimmung der Verbraucher in Deutschland überraschend deutlich gedrückt.

Das Konsumklima prognostiziere nach revidiert 8,5 (zunächst 8,7) Punkten im August einen Wert von 7,6 Punkten für September, teilte das Marktforschungsunternehmen GfK mit. Ökonomen hatten im Schnitt nur mit einem leichten Rückgang von ursprünglich 8,7 auf 8,5 Punkte gerechnet.

"Das Risiko, dass es zu einer moderateren Konsumentwicklung als bisher erwartet kommt, ist größer geworden", sagte GfK-Ökonom Rolf Bürkl der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Sollte sich die negative Tendenz im kommenden Monat verstetigen, sei die erst im Frühjahr auf ein Prozent erhöhte Prognose für das Konsumwachstum im laufenden Jahr nicht mehr zu halten. Eine Revision um bis zu einen halben Prozentpunkt nach unten sei für diesen Fall nicht auszuschließen.

"Es ist Gegenwind aufgekommen", sagte Bürkl. In den vergangenen Monaten seien die Aussichten für die Konjunktur angesichts des höheren Beschäftigungsstandes und Lohnerhöhungen allerdings auch ausgesprochen "stabil und sonnig" gewesen. "Momentan ist alles sehr unsicher", sagte der Experte mit Blick auf die Turbulenzen an den Finanzmärkten. Es sei schwer abzuschätzen, ob sich die Stimmungseintrübung verfestige. Damit sei zu rechnen, falls die Krise in den USA länger anhalte und noch stärker auf Deutschland übergreife. Noch seien die Aussichten für das zweite Halbjahr aber relativ gut. Bei einer Beruhigung an den Märkten und der Preisfront seien die Perspektiven nach wie vor günstig.

Grund für die Eintrübung seien deutlich abgeschwächte Einkommensaussichten, hieß es. Zu den bislang bekannten Konjunkturrisiken, wie starker Euro, steigende Zinsen, hätten im August vor allem die unerwarteten Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten für weniger euphorische Konjunkturaussichten gesorgt.

Angesichts von steigenden Nahrungsmittelpreisen seien auch die Einkommenserwartungen der Konsumenten kräftig gesunken. Aus Sicht der GfK sehen die Konsumenten Risiken für ihre Kaufkraft. Die Anschaffungsneigung blieb davon aber im Berichtszeitraum nahezu unbeeinflusst.

Die Anschaffungsneigung sank nur um gut zwei Punkte auf 6,4 Zähler. Die Stabilisierung der Konsumneigung im positiven Bereich setze sich fort. Die Konsumneigung bleibe auch im Spätsommer über ihrem langjährigen Durchschnitt. Die Einkommenserwartung sanken unterdessen mit knapp 19 Zählern auf 9,2 Punkte besonders deutlich. Grund seien deutliche Preissteigerungen bei Milchprodukten. Es stehe zudem zu befürchten, dass die Preiserhöhungen auf andere Bereiche übergriffen. Dies zeigten auch die deutlich gestiegenen Preiserwartungen. Die Konjunkturerwartung sanken um gut 16 auf 48,4 Punkte. Die Euphorie lässt nach, hieß es.

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