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Das Konsumklima in Deutschland trübt sich weiter ein. Ursache ist vor allem die Angst vor Arbeitslosigkeit.

Konsumklima trübt sich weiter ein

Nürnberg - Das Konsumklima in Deutschland trübt sich weiter ein. Ursache ist vor allem die Angst vor Arbeitslosigkeit. Die Verbraucher erwarteten, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt noch schwieriger werde.

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Das teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Mittwoch in Nürnberg mit. Auch die Diskussion um die prekäre Haushaltslage Griechenlands verunsichere die Menschen, denn sie befürchteten negative Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Für März hat die GfK einen Konsumklima-Wert von 3,2 Punkten errechnet, das sind 0,1 Punkte weniger als im Februar. Damit sinkt der Indikator zum fünften Mal in Folge.

Schwacher Konsum bremst Wirtschaft zum Jahresende

Der schwache Konsum hat den Aufschwung der deutschen Wirtschaft zum Jahresende 2009 ausgebremst. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagnierte im vierten Quartal trotz positiver Impulse durch den Export auf dem Niveau des Vorquartals, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit und bestätigte damit vorläufige Zahlen von Mitte Februar. Die Erholung der deutschen Wirtschaft von der schwersten Krise seit dem Zweiten Weltkrieg geriet damit ins Stocken.

Nach dem dramatischen Absturz im Winter 2008/2009 hatte das BIP im zweiten Quartal um 0,4 Prozent und im dritten Quartal um 0,7 Prozent zugelegt. Für das Gesamtjahr bestätigten die Statistiker einen Einbruch der Wirtschaftsleistung um 5,0 Prozent. Im laufenden Quartal erwarten Konjunkturexperten trotz des schwachen Jahresausklangs wieder ein kräftiges Plus von rund 0,5 Prozent. Dabei verhindere der kalte und lange Winter einen noch kräftigeren Aufschwung. Obwohl das Wachstum zum Jahresende wieder nachlassen dürfte, prognostizieren Volkswirte für 2010 ein Plus von rund zwei Prozent. Im Schlussquartal 2009 sorgte allein der Außenhandel für Wachstumsimpulse. Während die Exporte im Vergleich zum Vorquartal um 3,0 Prozent zulegten, waren die Importe um 1,8 Prozent rückläufig.

Damit hat der Außenbeitrag nach den Berechnungen der Statistiker mit 2,0 Prozentpunkten zur Wirtschaftsentwicklung beigetragen. Dies wurde allerdings komplett durch die negative Entwicklung im Inland ausgeglichen. Sowohl die Konsumausgaben als auch die Investitionen hemmten das Wachstum. Die Konsumausgaben des Staates gingen im Vergleich zum Vorquartal um 0,6 Prozent zurück, die privaten Konsumausgaben nicht zuletzt wegen der ausgelaufenen Abwrackprämie um 1,0 Prozent.

Die Investitionen in Bauten verringerten sich um 0,5 Prozent, in Ausrüstungen sogar um 1,5 Prozent. Nachdem es im dritten Quartal 2009 noch einen kräftigen Lageraufbau gegeben hatte, wurden die Lager im vierten Quartal wieder abgebaut. Dies verringerte das Wachstum im Schlussquartal um 1,2 Prozentpunkte nach einem positiven Wachstumsbeitrag von 1,5 Prozentpunkten im Vorquartal. “Ohne diesen Effekt wäre die deutsche Wirtschaft um 1,2 Prozent gewachsen“, sagte Commerzbank-Volkswirt Simon Junker.

Auf Jahressicht schrumpfte die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal weiter. “Das Ausmaß der Wirtschaftskrise ist nach wie vor erkennbar“, befanden die Statistiker. Dabei verlangsamte sich der Abwärtstrend aber spürbar. Preisbereinigt lag das Minus gegenüber dem Vorjahr bei 1,7 Prozent, nach minus 4,7 Prozent im dritten und minus 7,0 Prozent im zweiten Quartal. Die Wirtschaftsleistung wurde im vierten Quartal 2009 von 40,6 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Das waren 156 000 Menschen oder 0,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

dpa

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